Posts tagged: Vikariat

Fach-Simpelei

By , 02/10/2014 12:48

Mir könnte es nicht besser gehen in meiner Vikariatsgemeinde. Ich darf suchen und versuchen – und werde oft auch fündig. Heute sogar in der Gemeinschaftsküche des Pfarrhauses.

Diese Schublade verspricht nun wirklich alles zu beinhalten, was das sehnende Herz des angehenden Pfarrers begehrt:

Schöpfer und Rüstzeug

(Nein, ich habe die Schublade noch nicht geöffnet. Wir stehen ja erst am Anfang des Monats drei!)

Königsweg

By , 18/09/2014 14:29

Gestern durfte ich als Vikar gut vier Dutzend Seniorinnen und Senioren meiner Vikariatsgemeinde auf ihrer Ausfahrt ins Emmental begleiten. Unter anderem besuchten wir das Gotthelf-Zentrum in Lützelflüh – für mich, der sich in der Masterarbeit mit dem Gotthelf-Sohn Albert Bitzius jr. auseinandersetzte, sehr reizvoll.

Reizvoll waren aber natürlich auch die kleinen Kontakte und die grossen Gespräche, die sich bisweilen aus ersteren entspinnen. Beim Mittagessen etwa sass ich neben einer Dame, die sich beim Plaudern über ihre musikalischen Vorlieben als Elvis-Fan outete. Darauf meinte ich: “Oh, bin ich auch!” Und sie, trocken: “So? Wissen Sie denn, wie Elvis’ Bruder hiess?” – “Klar, Jesse Garon. Sein Zwillingsbruder, tot geboren.”

Nun, was soll ich sagen? Ich muss den “Test” bestanden haben, denn vom King und dem Tod zu Gott und dem Alter war es jetzt nur noch ein kleiner Schritt.

In eigener Sache: Abgabe des “Tagebuchs”

By , 12/09/2014 12:27

Sieben “Tagebuch”-Einträge habe ich für die “Reformierte Presse” bisher verfasst. Es werden leider nicht mehr mehr. Nachdem ich im August fast über Nacht vom Vizepräsidenten meiner Kirchenpflege zu deren Ad-interims-Präsidenten mutierte und – im Vikariat – auch sonst schon recht gut ausgelastet bin, habe ich die RP-Redaktion gebeten, mein Ämtli anderweitig zu vergeben. Ich bin sehr dankbar, dass mir dies so kurzfristig ermöglicht wurde.

Den Ausstieg aus dem Kolumnisten-Team finde ich bedauerlich. Doch es ist halt so: Das Vikariat geht vor, und die Arbeit in der Kirchenpflege, in die ich erst im März wiedergewählt wurde, will auch seriös getan sein. Also muss – der Tag hat auch für mich nur 24 Stunden – Anderes wegfallen, und darunter nun eben: die Kolumne.

Stein des Weisens

By , 26/08/2014 13:47

Die ersten drei Wochen des Vikariats sind – bereits – vorüber: Wir wurden, wie die geneigte Leserin, der geneigte Leser natürlich längst weiss, ins Vikariatswesen eingeführt und in Dramaturgischer Homiletik geschult. Letzte Woche nun schrieb ich keine Karte. In der Post-Terminologie bleibend, sei gesagt: Wir wurden zum Thema Bildung gebrieft.

Am Sonntag nun durfte ich mich im Rahmen eines wunderbar volkstümlichen Chilbi-Gottesdienstes in meiner Vikariatsgemeinde vorstellen. Meine ganz persönliche Kirch-Weihe sozusagen! Ich fühle mich bestens aufgenommen – und bekam, zum Gottesdienst-Thema wie auch zu meinem Ausbildungsstand passend, dies hier überreicht:

Wegweiser

So freue ich mich also auf viele freundliche (und freundlich-kritische) Menschen, die mir den Weg weisen – und hoffe zugleich auf wenige, die, naja, mich wegweisen.

Nachgekartet

By , 12/08/2014 14:44

Ich könnte jetzt lange… – ach, schauen Sie selbst.

Liebe Livia II

Die Auflösung finden Sie hier.

Damit nun aber nicht der Eindruck entsteht, wir Neo-Vikarinnen und -Vikare wären unproduktiv: Das stimmt nun gar nicht. Diese Woche erhalten wir von Prof. Martin Nicol und seiner Mitarbeiterin auf Boldern eine Einführung in die sogenannte Dramaturgische Homiletik. Schade, musste ich ein ganzes Studium lang darauf warten – schön, wird die Anweisung nun derart praxisbezogen nachgereicht. Und ja: Die selbständige Einübung, welche die Theorieblöcke immer wieder unterbricht und ergänzt, ist durchaus ein schönes Stück Arbeit! (Eben: “ein schönes Stück Arbeit“. Aber immerhin, bisher: “ein schönes Stück Arbeit”.)

Postkartause

By , 10/08/2014 16:21

So – die erste Vikariatswoche ist vorbei. Sehr viel gibt es nicht zu berichten. Für den Moment so viel: Es waren fünf intensive Einführungs-Tage in der Kartause Ittingen. Viele neue (und freundliche) Gesichter traf ich da, und auch diskutiert wurde – viel.

Wer dabei war, dürfte aber doch bestätigen, dass nicht völlig falsch ist, was ich meinem Göttimeitli, noch nicht ganz drei Monate alt, per Postkarte vermeldete:

Liebe Livia

Im Ernst: Es ist schön, wenn Arbeit (hier noch: “uns umschauen” – sich beim Diskutieren kennenlernen und beim Sich-Kennenlernen diskutieren) und freie Zeit weitgehend Hand in Hand gehen und teilweise auch ein und dasselbe sind. Ein gelungener Start!

Nächste Woche geht es dann, wiederum im Vikarinnen- und Vikarenverband und somit ausserhalb unserer Ausbildungs-Kirchgemeinden, stärker an und in die Inhalte – und ans Eingemachte.

Höchste Zeit

By , 04/08/2014 07:43

Ich habe den Eindruck, meine erste eigene Trauung am Samstag sei mir gut gelungen. Vor mir sass und stand jedenfalls ein glückliches Paar – davor, währenddessen und danach. Und heute geht es schon weiter: für die einen in die Flitterwochen, für mich mit vielen Kolleginnen und Kollegen in die einjährige Pfaffen-RS: das Vikariat. Wieviel ich darüber bzw. daraus berichten kann, werde ich sehen.

Wie beim kirchlichen Praxissemester vor zweieinhalb Jahren gilt auch hier der Hinweis für alle, mit denen ich in den kommenden Monaten zu tun haben darf (auch wenn es aus meiner Sicht selbstverständlich ist): Es muss sich niemand, sei es in der Kirchgemeinde oder unter den Mitvikarinnen und -vikaren, sorgen, dass ich in diesem Blog Vertrauliches ausplaudere oder sonstwie Heikles schreiben könnte. Natürlich lässt sich das Vikariatsjahr in meinen Texten nicht aussparen – ich werde aber in einem allgemeinen Sinne von meinen Erfahrungen schreiben. Und im Zweifelsfall bitte ich die betreffenden Personen um ihr Einverständnis. Dies gilt im Übrigen auch für meine “Tagebuch”-Kolumnen in der “Reformierten Presse”.

Jetzt noch fertig packen – und dann ist es nach der Hochzeit höchste Zeit: ab in die Einführungswoche, ab in die Ausbildung!

Schwein und Aber

By , 27/07/2014 17:32

Hier mein siebter “Tagebuch”-Eintrag in der “Reformierten Presse” (die neue Funktionsbezeichnung “Vikar und Blogger” habe ich mir auf Kredit geliehen – am 4.8. geht es los):

Tagebuch 7 (30.31-2014)

(Erschienen in: “Reformierte Presse”, Nr. 30/31, 25.7.2014, S. 11; Autor: Reto Studer)

Kirchenmäuschenstill

By , 08/11/2013 16:55

Der alte Studer wird vermisst, offenbar: Mehrfach haben mir Kolleginnen und Kollegen, aber auch gestandene Pfarrer, gestanden, sie würden sich mich bissiger, widerspenstiger wünschen, “wie zu Beginn”. Und: “Schreib doch mal etwas gegen…!”

Ich kann das verstehen. Ehrlich. Und es stimmt ja auch: Ich bin etwas zurückhaltender geworden im letzten Jahr. Woran das liege, werde ich gefragt: Ist zurzeit “alles gut” und also nichts kritikwürdig aus meiner Sicht? Gibt es Kritikwürdiges – und ich bin einfacher genügsamer, anspruchsloser geworden? Oder hat mir, wie auch schon vermutet wurde, “die oder der da” die Zähne gezogen (oder zumindest die Flügelchen gestutzt)?

Ganz ehrlich? Natürlich wäre es gelogen, wenn ich behauptete, es gäbe aus meiner Sicht keinerlei Anlass zu Kritik und also nicht Beiträge, die geschrieben werden müssten – auf die ich dann aber verzichte. Ich glaube auch nicht, dass ich in letzter Zeit anspruchsloser und genügsamer geworden bin. Aber sie kann eben eine gute Schneiderin sein, die sprichwörtliche Schere im Kopf – aus den folgenden zwei Gründen, die beide mit meiner gegenwärtigen und künftigen An-Teil-Nahme an und in der Kirche zu tun haben:

Erstens bin ich kein Outsider (mehr). Ich stehe kurz vor dem Abschluss des Theologiestudiums und bin seit mehreren Jahren Kirchenpfleger und habe etwa auch schon einmal eine Pfarrwahlkommission geleitet. Damit ist die Kirche weniger als zu Beginn meines Blöggelens ein abstraktes Gegenüber, sondern immer mehr auch meine Kirche. Der Online-Einsatz des verbalen Zweihänders, so viel Spass er mir und offenbar z.T. auch dem geneigten Zuschauer machen mag, ist dann aber zumeist fehl am Platz. Also: Natürlich gibt es aus meiner Sicht weiterhin sehr vieles an meiner Kirche und am Konkordat zu kritisieren – ja, je mehr Einblick ich habe, desto mehr! Aber wenn ich die Kritik intern, bei den richtigen Stellen, anbringen kann, so ziehe ich dies, falls überhaupt möglich, mittlerweile vor. [1]

Das Zweitens hängt damit zusammen: Ich habe in den vergangenen ein, zwei Jahren die Erfahrung machen müssen, dass öffentlich oder auch nur schon in einer kleinen Gruppe direkt geäusserte Kritik an kirchlichen Strategien von manchen Exponenten der – zumindest meiner – Landeskirche unsachlich gekontert wird. “Man” ist, aus welchen Gründen auch immer, extrem dünnhäutig (geworden?). Und so sind wir bei einem Punkt, auf den ich nicht stolz bin: Ich möchte mich nicht noch stärker exponieren, als ich dies sowieso schon tue. Als Student und angehender Vikar bin ich im Moment auf verschiedener Ebene Bittsteller, und Bittsteller haben, so meine Erfahrung, bittzustellen – und sonst nichts. Das ist frustrierend: für mich, weil die Schere im Kopf zielgenau das Sprachzentrum trifft und deshalb manches nicht thematisiert werden kann, was unter gewöhnlichen Umständen thematisiert gehört. [2] Und vielleicht auch für manchen von Ihnen, weil der neue Studer nicht so bissig und widerspenstig ist wie der alte. Damit müssen wir wahrscheinlich leben.

[1] Von dieser Möglichkeit habe ich schon mehrfach Gebrauch gemacht. Manchmal durchaus mit Erfolg.
[2] Gerade angesichts des absehbaren Pfarrermangels wäre dies dringend notwendig, denn die Probleme sind teilweise zweifellos hausgemacht.

Eine frühe – eine gute Wahl

By , 14/03/2013 07:04

Immerhin noch drei Semester – das laufende, in der fünften Woche stehende, eingerechnet – dauert mein Studium. Das heisst: In fünfzehn Monaten werde ich alle nötigen Module besucht, alle Leistungsnachweise erbracht, alle Kreditpunkte eingesammelt haben, kurz: bereit sein zur Entgegennahme des Master-Diploms – damit in achtzehn Monaten, im August 2014, das einjährige Vikariat beginnen kann.

Zu früh, einen Vikariatsleiter, eine Vikariatsgemeinde zu suchen? Nun, sämtliche Einwände kämen zu spät: Ich bin in diesen Tagen fündig geworden. Erfahrener, sympathischer Pfarrer, kleine Gemeinde, “ein wenig draussen” – passt!

Ich gebe es zu: Dieses Mal habe ich im Titel absichtlich mit einer Doppeldeutigkeit gespielt.

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