Posts tagged: Vikariat

Vier-Viertel-Pakt

By , 23/06/2015 16:04

Es ist vollbracht!

Das “Es” ist dabei zweierlei innert kürzester Zeit: die nicht ganz freiwillige, aber halt aus beruflichen Gründen notwendige Abgabe des Kirchenpfleger-Amtes am Sonntag – und die Vikariats-Prüfungen Nummer 2, 3 und 4 vor neun Tagen (Gottesdienst) bzw. heute (Gemeindeaufbau und Seelsorge).

Damit bin ich endgültig “durch”:

Der Ordination steht jetzt nichts mehr im Wege.
Und also auch nicht dem Antritt der ersten Pfarrstelle.
Dem Umzug nächste Woche.
Dem Packen morgen.

Und auch nicht: dem Feiern heute abend!

Noch ein paar Wochen geht es in der Vikariatsgemeinde weiter. Dank noch nicht ausgeschöpften Ferienguthabens ist das Vikariat für mich dann de facto bereits Mitte (und nicht erst Ende) Juli zu Ende.
Und: Selbstverständlich äussere ich mich zu einem späteren Zeitpunkt auch noch zu meinem Offenen Brief und den vielfältigen Reaktionen, die er ausgelöst hat.

Ausdruckskraft

By , 09/05/2015 23:44

So – zurück von der einwöchigen Studienreise nach, in und durch England, wo wir Vikarinnen und Vikare uns unter der fachkundigen Leitung von Sabrina Müller mehrere, unterschiedliche Gemeinden aus dem Bereich der “Fresh Expressions of Church” aus nächster Nähe angesehen haben. [1]

Bisher hatte ich von diesen “Fresh Expressions” ja immer nur gehört – und die Stirn gerunzelt, wenn (wie ich nun weiss: verkürzt) berichtet wurde, irgendwo auf der Insel hätten sich ein paar Skater zusammengetan, und das sei ernsthaft “Kirche”.

Umso wichtiger, dass ich jetzt einmal da war. Die Gastfreundschaft, der Mut, die Risikofreude dieser “Fresh Expressions” war für mich nämlich enorm inspirierend – besonders im Vergleich zu vielen kirchenpolitischen Projekten und Diskussionen hier in der Schweiz, die ich mehr und mehr als “Fresh Depressions” wahrnehme.

Mal sehen, wie bzw. ob sich die Eindrücke von dieser Reise in meiner pfarramtlichen Tätigkeit niederschlagen werden. Klar ist: Eine Idee, die ich unterwegs hatte, möchte ich zumindest einmal weiterverfolgen.

[1] Wir waren hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier zu Besuch. Und am Sonntagmorgen habe ich endlich, endlich meine Mitbloggerin Carla Maurer persönlich kennengelernt: im und nach dem Gottesdienst in der Swiss Church London. (Herzliche Grüsse aus der Heimat!)

“Kirche ist…” – ja, was eigentlich?

By , 20/04/2015 08:46

Dieser Beitrag ist eine leicht abgewandelte Version eines Textes, den ich am Samstag an anderer Stelle online stellte: auf http://www.kirche-ist.ch.

Dabei handelt es sich um mein “Gemeindeprojekt”, das ich im Rahmen des Vikariats zu planen und durchzuführen hatte. Zwei Wochen lang, vom 6. bis 19.4.2015, berichteten 20 Mitglieder meiner Vikariatsgemeinde über ihr kirchliches Engagement. Mehr zu den Hintergründen hier.

Was “Kirche ist…” – wenn ich auf meine Woche zurückblicke, so komme ich für mich zum Schluss: Kirche ist die pure Vielfalt. Ja – genau so vielfältig wie das Leben:

Am Dienstag durfte ich eine Beisetzung gestalten.
Am Donnerstag begannen wir in “meiner” Konfirmanden-Gruppe, die Konfirmation zu planen.
Am Samstag zelebrierte ich eine Trauung.
Und am Sonntag durfte ich einen Gottesdienst mit drei Taufen leiten und feiern.

An diesen ganz unterschiedlichen Eck- und Wendepunkten im Leben tätig sein und Menschen begleiten zu dürfen, ist für mich sicher eines der ganz grossen Privilegien im Pfarramt!

Und alle diese Tätigkeiten, alle diese Kasualien bedeuten, hinter den Kulissen, natürlich auch: zahlreiche und v.a. bisweilen sehr persönliche Gespräche im Vorfeld (mit den Hinterbliebenen, den Konfirmandinnen und Konfirmanden, dem Brautpaar, den Tauffamilien – im Lauf eines Tages bunt durcheinandergemischt [1]) und die seriöse, sensible Vorbereitung dessen, was in der konkreten Situation angemessen ist und vom Gegenüber erwartet wird. Für mich als “Pfarrer-Lehrling” ist dies eine grosse Herausforderung – ich nehme aber an und hoffe auch, dass es das auch bleibt.

Die genannten Tätigkeiten und Anlässe, und dazu noch die Leitung meines Gemeindeprojekts, sind in dieser sowie der letzten Woche also zusammengekommen – und so habe ich nun wirklich das Gefühl, ich hätte einen guten Eindruck davon, was das heisst: Pfarrer sein.

Was soll ich sagen? Zeitlich passt das ganz gut! In der kommenden Woche werde ich nämlich meinen Vikariatsleiter vertreten und also für sämtliche pfarramtlichen Belange in der Vikariatsgemeinde zuständig sein.

[1] Da ist es dann keine Überraschung, dass ich nur ein paar Stunden vor der Trauung feststellte, dass ich im Skript einmal versehentlich vom “Taufspruch” redete…

Special K

By , 26/03/2015 21:45

Das Vikariat läuft noch bis Ende Juli weiter. Und doch hat es sich bei mir schon heute abend ein Stückweit “aus-gebildet”: Die erste von vier Praxis-Prüfungen ist bestanden – eben: im Handlungsfeld Bildung. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden waren gewohnt (!) engagiert, ich einigermassen gut drauf – und die Prüferinnen mit der Cornflakes-ion sehr zufrieden. In diesem Sinn: Daumen hoch.

Daumen drücken ist jetzt erst wieder Mitte/Ende Juni angesagt: Dann folgen die anderen drei Prüfungen.

Nun kehre ich – nach der Wahl am Sonntag, dem abschliessenden KEA-Gespräch und dieser ersten Prüfung – erst einmal zum courant normal zurück. Bis ich für den Konf-Unti in zwei Wochen den Kuchen backe, den ich den Könflern für den Fall meines “Durchkommens” in Aussicht gestellt habe…

Formenleere

By , 27/02/2015 08:29

Religionspädagogisches im Tisch-Hufeisen ist anscheinend so etwas von daneben, dass es sich gewaschen hat. Jedenfalls wird in den Vikariatskursen wieder und wieder der Stuhlkreis propagiert.

Na – dann halt:

Stuhlkreis ohne

Das Bild zeigt aber auch: Ich bin noch nicht so weit. Einen happigen Verstoss gegen methodisch-didaktische Konventionen im Kirchenland gestatte ich mir weiterhin. Haben Sie’s erkannt?

Lösung: ¡ǝʇʇıɯ ǝʇǝʇlɐʇsǝƃ ǝıp ʇlɥǝɟ ɐp

Gegenverkehr

By , 20/02/2015 20:16

Nach fünf z.T. durchwachsenen Kurswochen bin ich seit Dienstag zurück in der Vikariatsgemeinde.

Schon am ersten Tag sehe ich zwei wunderbare Zufalls-Belege dafür, dass sich Gegensätze tatsächlich, wie man sagt, anziehen.

Der erste: Im Ortsbus sitzen zwei Personen nebeneinander. Die junge Frau liest Dawkins, der Jugendliche, strahlend, ein Buch mit dem Titel “In Gottes Heilungskraft leben”. Ich überlege mir, was ein Austausch zwischen den beiden Lesenden wohl ergäbe.

Der zweite Beleg: In der Inbox liegt die Einladung zur nächsten Sitzung der Zürcher Synode, deren Mitglied ich gar nicht bin. Ein Versehen. Eine Teilnahme würde sich sowieso nicht mehr lohnen: Wenige Stunden vorher habe ich die Kündigung unseres Mietvertrags abgeschickt. Es ruft eine andere Landeskirche.

Was dieser Aus-Tausch ergibt, werde ich sicher und bald erfahren. Und auch, welche Gegensätze mich dann erwarten.

Fussnotiz

By , 30/01/2015 23:49

Heute, im Seelsorge-Kurs. Nach zahlreichen Rollenspielen in den Tagen zuvor – ein weiteres Rollenspiel. Die Motivation hält sich teilnehmerinnen- und teilnehmerseits in engen Grenzen, doch schliesslich melden wir uns zu dritt. Muss ja, nicht? Jedenfalls: Ich soll einen Mann spielen, dessen Frau Gemahlin die Pfarrerin zum Hausbesuch eingeladen hat, der selbst jedoch – passenderweise – nur überschaubar interessiert ist an dem Gespräch. Die “Pfarrerin” hat noch nicht geklingelt, da greift sich der “Ehemann” demonstrativ unmotiviert das einzige (Seelsorge-)Büchlein, das halt gerade in Reichweite liegt. Er schlägt es etwa in der Mitte auf, wo sein Blick rasch auf Fussnote 45 fällt [1] – und kann es nicht fassen: Gibt es Dinge, die es nicht gibt?!

[1] Bukowski, Peter: Die Bibel ins Gespräch bringen. Erwägungen zu einer Grundfrage der Seelsorge, Neukirchen-Vluyn: Neukirchener Verlagsgesellschaft, 1994 (8. Auflage 2011). Die genannte Fussnote findet sich auf Seite 54.

Wohn-Ton, kartonesisch

By , 23/01/2015 17:40

Singen... …und Wohnen

Nachgetragenes PS: Irgendwie beruhigend für mich Normalsterblichen – selbst in einer Kommunität wie Montmirail wird schmutzige Wäsche gewaschen.

Zum Paaretaufen

By , 14/01/2015 14:45

Nach einer Woche Vikariatskurs zum Gemeindeaufbau nun eine Kurswoche “Kasualien”. Als wir in den ersten Tagen die Taufe besprechen, erhalte ich von meinem Vikariatsleiter in recht kurzem Abstand zwei E-Mails: Es kündigen sich meine ersten beiden Taufen an. Ja-haaa – wenn man den Täufel an die Wand malt…

Jetzt: Thema Abdankung.

Mal sehen.

Lob, Ehr und Preis

By , 04/10/2014 09:58

“Etwas grösser” als die Bachelor-Sause werde die Diplomfeier zum Masterabschluss sicher, schrieb ich vor ein paar Tagen. Zugegeben: Der Wunsch war hier der Vater, die Hoffnung die Mutter des Gedankens.

Doch – was soll ich sagen? Er war dann in der Tat ein grosses Fest, der gestrige Feier-Abend.

Vater Wunsch und Mutter Hoffnung zeugten nämlich ein Zeugn… eine besondere Überraschung: Meine Frau, die gleichzeitig ihren Studienabschluss (ebenfalls in Theologie) feierte, und ich erhielten beide, ex aequo, den Preis der Alumni-Organisation der Theologischen Fakultät, der dieses Jahr zum ersten Mal vergeben wurde – für unsere, wie es hiess, “ausgezeichneten Masterarbeiten”.

Ebendies, ausgezeichnet, sind sie jetzt unbestritten. Darüber freuen wir uns sehr.

Der Titel meiner Untersuchung, “Hinaus ins Leben, fest und sicher!” (ein ziemlich repräsentatives Bitzius-Zitat), lenkt meinen Blick allerdings auch direkt nach vorn: Nächste Woche geht es nämlich auf Konf-Reise. Hinausinslebener gehts gar nicht! [1]

[1] Meine Frau beschäftigte sich in ihrer Abschlussarbeit übrigens, aus systematisch-theologischer Sicht, mit dem Tod. Da haben sich also “zwei gefunden”, nicht?

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