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In deiner Sprache: “nur in an anderen Bett”

By , 24/11/2011 17:58

Dreimal habe ich ihn in Zürich erleben dürfen, zuletzt erst am 24.3. dieses Jahres: den österreichischen Liedermacher, Sprachkünstler und Poeten Ludwig Hirsch. Seine Musik, seine Geschichten begleiten mich seit gut zehn Jahren durch das Leben – zumeist in feine Worte und zarte Melodien gewickelte Morbiditäten, hinter denen doch, es ist kein Widerspruch, ein lautes Ja! zum Leben, mit all seinen Höhen und Tiefen, steht:

“In deiner Sprache, wie sagt man da ‘Leben’?
Sagt man da auch: ‘Er da oben hat’s gegeben’?
Der Jammer is nur, er nimmt’s wieder furt,
das Schlitzohr, das alte, borgt es uns nur.”
[1]

Nun erfahre ich, seit einigen Tagen einen Eintrag dazu andenkend, dass seine unbeschwerte Lebens- und Lebensendsicht uns Theologen und Kirchenpraktikern in mancherlei Hinsicht gut stehen könnte und zumindest mich immer wieder inspiriert – dass Hirsch aus dem Leben geschieden ist.

Ich bin erschüttert. Gewiss, die Welt dreht sich weiter, “die kunterrunde, kugelbunte”. [2] Aber heute ist sie dunkelgrau.

[1] Aus: “In deiner Sprache”, Text und Musik: Ludwig Hirsch, Rechte: Edition Scheibmaier, Wien; zu finden auf dem gleichnamigen Album aus dem Jahr 1991, als hymnisches Walbauch-Intermezzo eingewoben zwischen die beiden Hälften eines, Theologen: aufgepasst!, Jona-Krachers (“Jonas 1” bzw. “Jonas 2”). Auch die Titelzeile dieses Eintrags ist diesem Lied entnommen:
“Und doch schön zu spüren, dass niemals was stirbt
und das Wort ‘Tod’ nie das letzte sein wird.
Der Tod is ein Seitensprung, mehr a scho ned:
Du schlafst ein und wachst auf, nur in an anderen Bett.”

[2] Aus: “Ich liebe dich”, Text und Musik: Ludwig Hirsch, Rechte: Edition Scheibmaier, Wien – zu finden auf dem Album “Perlen (vor die Säue)” von 2002.

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