Posts tagged: Landeskirche

Steuern für Steuern

By , 23/04/2014 14:31

Ende März 2014 erhielten sämtliche Pfarrerinnen und Pfarrer sowie die Mitglieder aller Bezirkskirchenpflegen und Kirchenpflegen des Kantons Zürich einen Brief von ihrer, unserer reformierten Landeskirche. Bei dem zweiseitigen Schreiben des Kirchenrats handelt es sich um einen Aufruf zur Unterstützung der Kampagne “Nein zur Kirchensteuer-Initiative”. Verschiedene Möglichkeiten der Einflussnahme auf den öffentlichen Diskurs und die Abstimmung werden darin genannt, darunter auch diese, die Werbemassnahmen des Nein-Komittees durch Spenden zu unterstützen. Und diese Form der Unterstützung sei nicht allein Einzelpersonen vorbehalten: “Auch Spenden von Kirchgemeinden sind zulässig, wenn diese von der Kirchenpflege innerhalb ihrer Finanzkompetenz beschlossen werden und sich in einem angemessenen Rahmen bewegen. Bei Beiträgen in der Grössenordnung von 1 Franken pro Gemeindemitglied ist dies zweifellos gegeben.” (Der Brief kann hier heruntergeladen werden.)

Nun: Man mag die Kirchensteuer-Initiative aus guten oder weniger guten Gründen ablehnen. Ist es dann aber nicht kontraproduktiv, Kirchgemeinden um Spenden zu bitten, die ausgerechnet auch durch Beiträge von Unternehmen finanziert werden? Wer die Initiative, wiederum: aus guten oder weniger guten Gründen, unterstützt, wird sich kaum dadurch beschwichtigen lassen, dass in dem Brief ein “angemessener Rahmen” genannt wird: Es geht den Initianten ja ums Prinzip. M.E. erweist der Kirchenrat seinem Ansinnen einen Bärendienst, indem er dies nicht berücksichtigt.

Hinweis: Ich habe mich vergangene Woche mit dem Leiter Kommunikation der Zürcher Landeskirche, Nicolas Mori, über diesen Brief unterhalten. Ein sehr angenehmes Gespräch, doch wir sind und bleiben unterschiedlicher Meinung.

Nach, zu, vor

By , 17/01/2014 15:12

Eine Woche in den Eingeweiden der Zentralbibliothek liegt hinter mir – wieder. Heuer recherchierte ich für meine Masterarbeit, die ich am Dienstag in Angriff nehmen möchte.

Deshalb ist jetzt nachzutragen, was sich zugetragen: denn ich vorgetragen.

Wo? Im “Haus der Reformierten”, dem Sitz der Aargauischen Landeskirche.
Worüber? Mein Blog und die Erfahrungen, die ich damit mache: was gut ankommt und was nicht so).
Wem? Einer guten Dutzendschaft interessierter Kirchenmenschen.
Wozu? Um zum Bloggen anzuregen – denn, ja-ha: Die Aargauische Landeskirche lässt neuerdings bloggen, direkt aus ihren Gemeinden.

Eine tolle Sache! Schauen Sie doch einmal vorbei: hier.

Übrigens habe auch ich Einiges gelernt: von Mona(h), die den allgemeinen, “unkirchlichen” Einstieg ins Thema übernahm. Im Sommer, in der schwerelosen Zeit zwischen Abgabe der Masterarbeit und Vikariat, werde ich mir ihre Hinweise zu Herzen nehmen und hier ein wenig umbauen.

Den Aargauer Kolleginnen und Kollegen wünsche ich viel Vergnügen beim Ideen-Sammeln und -Verarbeiten, beim Formulieren und beim Austausch mit der Leserschaft!

Programm

By , 09/01/2014 06:08

Gleich geht es los: ans Stritengässli in Aarau. Mehr dazu später…

…aber jetzt schon einmal “die Gliederung”, absichtlich etwas grösser gesetzt: für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Damit niemand von ihnen grosse Augen machen muss. Voilà:

Themenspektrum (1, 2, 3, 4, 5, 6, 7)

Stil (1, 2)

Ideen (1, 2)

Bilder (1, 2, 3, 4, 5)

Zeitaufwand (1, 2)

Rückmeldungen, Interaktion (1, 2)

Vertraulichkeit (1)

Kirchenmäuschenstill

By , 08/11/2013 16:55

Der alte Studer wird vermisst, offenbar: Mehrfach haben mir Kolleginnen und Kollegen, aber auch gestandene Pfarrer, gestanden, sie würden sich mich bissiger, widerspenstiger wünschen, “wie zu Beginn”. Und: “Schreib doch mal etwas gegen…!”

Ich kann das verstehen. Ehrlich. Und es stimmt ja auch: Ich bin etwas zurückhaltender geworden im letzten Jahr. Woran das liege, werde ich gefragt: Ist zurzeit “alles gut” und also nichts kritikwürdig aus meiner Sicht? Gibt es Kritikwürdiges – und ich bin einfacher genügsamer, anspruchsloser geworden? Oder hat mir, wie auch schon vermutet wurde, “die oder der da” die Zähne gezogen (oder zumindest die Flügelchen gestutzt)?

Ganz ehrlich? Natürlich wäre es gelogen, wenn ich behauptete, es gäbe aus meiner Sicht keinerlei Anlass zu Kritik und also nicht Beiträge, die geschrieben werden müssten – auf die ich dann aber verzichte. Ich glaube auch nicht, dass ich in letzter Zeit anspruchsloser und genügsamer geworden bin. Aber sie kann eben eine gute Schneiderin sein, die sprichwörtliche Schere im Kopf – aus den folgenden zwei Gründen, die beide mit meiner gegenwärtigen und künftigen An-Teil-Nahme an und in der Kirche zu tun haben:

Erstens bin ich kein Outsider (mehr). Ich stehe kurz vor dem Abschluss des Theologiestudiums und bin seit mehreren Jahren Kirchenpfleger und habe etwa auch schon einmal eine Pfarrwahlkommission geleitet. Damit ist die Kirche weniger als zu Beginn meines Blöggelens ein abstraktes Gegenüber, sondern immer mehr auch meine Kirche. Der Online-Einsatz des verbalen Zweihänders, so viel Spass er mir und offenbar z.T. auch dem geneigten Zuschauer machen mag, ist dann aber zumeist fehl am Platz. Also: Natürlich gibt es aus meiner Sicht weiterhin sehr vieles an meiner Kirche und am Konkordat zu kritisieren – ja, je mehr Einblick ich habe, desto mehr! Aber wenn ich die Kritik intern, bei den richtigen Stellen, anbringen kann, so ziehe ich dies, falls überhaupt möglich, mittlerweile vor. [1]

Das Zweitens hängt damit zusammen: Ich habe in den vergangenen ein, zwei Jahren die Erfahrung machen müssen, dass öffentlich oder auch nur schon in einer kleinen Gruppe direkt geäusserte Kritik an kirchlichen Strategien von manchen Exponenten der – zumindest meiner – Landeskirche unsachlich gekontert wird. “Man” ist, aus welchen Gründen auch immer, extrem dünnhäutig (geworden?). Und so sind wir bei einem Punkt, auf den ich nicht stolz bin: Ich möchte mich nicht noch stärker exponieren, als ich dies sowieso schon tue. Als Student und angehender Vikar bin ich im Moment auf verschiedener Ebene Bittsteller, und Bittsteller haben, so meine Erfahrung, bittzustellen – und sonst nichts. Das ist frustrierend: für mich, weil die Schere im Kopf zielgenau das Sprachzentrum trifft und deshalb manches nicht thematisiert werden kann, was unter gewöhnlichen Umständen thematisiert gehört. [2] Und vielleicht auch für manchen von Ihnen, weil der neue Studer nicht so bissig und widerspenstig ist wie der alte. Damit müssen wir wahrscheinlich leben.

[1] Von dieser Möglichkeit habe ich schon mehrfach Gebrauch gemacht. Manchmal durchaus mit Erfolg.
[2] Gerade angesichts des absehbaren Pfarrermangels wäre dies dringend notwendig, denn die Probleme sind teilweise zweifellos hausgemacht.

Kurz durchatmen

By , 07/09/2012 19:04

Soeben bin ich wohlbehalten aus dem Tessin zurückgekehrt. Überaus motiviert für den ersten Praxiseinsatz, der nächste Woche beginnt, und ebenso überaus müde von den grossartigen nächtlichen Diskussionen unter Gleich- und Ähnlichgesinnten, die nebst bzw. nach dem eigentlichen Programm stattgefunden haben, bin ich nun aber zunächst für das Kirchenpflege-Forum aufgeboten, das “meine” Landeskirche morgen Samstag im Zürcher Kongresshaus ausrichtet. Vielleicht ist ja die eine oder der andere unter Ihnen auch da?

Danach, nächste Woche, geht es dann aber wirklich los.

Von den Regeln in der Taufe

By , 17/08/2012 08:45

Nachdem ich in einem früheren Eintrag auf die “i.d.R.-Passagen” der Zürcher Kirchenordnung hingewiesen habe, nun, daran anschliessend, ein paar Gedanken zu den rechtlichen Vorgaben in einem ganz bestimmten dieser unbestimmten Bereiche: der Taufe.

Die Kirchenmitgliedschaft setzt die Taufe nicht voraus – wenigstens prinzipiell; in der Regel ist dies aber der Fall (Art. 25 Abs. 3 KO). Und stattfinden tut die Taufe, ebenfalls in der Regel, in einem Gemeindegottesdienst (Art. 46 Abs. 1 KO). Diese Gummi-Vorgaben habe ich schon im oben verlinkten Text kommentiert.

Besonders irritierend sind für mich allerdings einige Bestimmungen hinsichtlich “Eltern und Paten” (so die Überschrift und der Regelungsbereich von Art. 47 KO). Da steht:

Art. 47 Abs. 1: Die Eltern versprechen, ihr Kind im evangelischen Glauben zu erziehen.

Art. 47 Abs. 2: Die Paten sind Vertrauenspersonen des Kindes. Sie begleiten Eltern und Kind in Fragen des evangelischen Glaubens.

Mit diesen beiden Absätzen bin ich voll und ganz einverstanden – kein Einspruch meinerseits. Noch nicht.

Aber was sind nun die “formellen” Voraussetzungen dieser Kompetenzen bzw. Pflichten? Hier:

Art. 47 Abs. 3: Mindestens ein Elternteil gehört einer evangelischen Kirche an. Mindestens eine Patin oder ein Pate ist mündiges Mitglied einer christlichen Kirche. Fehlt eine dieser Voraussetzungen, so kann die Taufe in seelsorglich begründeten Ausnahmefällen dennoch vollzogen werden.

Als (Noch-)Nicht-Praktiker erlaube ich mir an dieser Stelle, über diese laxen Regelungen zu staunen. Halten wir fest:

1. Die Eltern müssen, um beim Positiven zu beginnen, nicht beide reformiert sein. Das ist sicher vernünftig, liesse sich eine derart strikte Regelung doch auch gar nicht durchsetzen, angesichts der zunehmenden Zahl gemischtkonfessioneller und interreligiöser Partnerschaften. Soweit, so gut. Was aber wird vorausgesetzt? Mutter oder Vater evangelisch – reicht. Tatsächlich: Kein Elternteil muss der reformierten Kirche angehören.

2. Die Paten müssen auch nicht beide reformiert sein. Genauer: Kein Pate, weder Nummer 1 noch Nummer 2, muss reformiert sein. Wenigstens evangelisch? Nicht einmal das. Verlangt wird lediglich, dass wenigstens ein Pate einer christlichen Kirche angehört.

Mutter Lutheranerin, Vater ausgetretener Reformierter, Patin Agnostikerin, Pate Katholik, nur der Täufling im “Club” – so etwas wäre wahrscheinlich nur bei uns Zürcher Reformierten möglich. [1][2]

[1] Andere Regelungen finden sich u.a. in Bern/Jura/Solothurn: mind. ein Elternteil reformiert, mind. ein Pate reformiert, Ausnahmen möglich (Art. 37 der KO von BeJuSo) – und im Aargau: mind. ein Elternteil reformiert, beide Paten christlich, Ausnahmen möglich (§ 25 der Aargauer KO).
[2] Ein paar zusätzliche Gedanken dazu – Gewiss: Die (formelle) Kirchenzugehörigkeit ist ein äusseres Kriterium. Zweifellos gibt es Menschen, Eltern wie Paten, die nicht Mitglied der reformierten oder wenigstens einer evangelischen Kirche sind und dennoch ihr Kind, und im Falle der Paten: Eltern und Kind, “in Fragen des evangelischen Glaubens begleiten” können. In den Kopf und ins Herz hineinsehen und damit die innere Voraussetzung für ebendiese Erziehung erkennen können wir nicht (und sollten wir auch gar nicht versuchen wollen). Einerseits. Anderseits geht es bei der Taufe halt doch auch um die Aufnahme in die Kirche – und zwar in eine bestimmte Kirche: unsere reformierte. Weshalb also verlangen wir Zürcher Reformierten nicht, dass zumindest ein Elternteil reformiert ist – also Mitglied derjenigen Kirche, in welche der Nachwuchs, immerhin doch auf Wunsch der Eltern!, aufgenommen werden soll? Wäre es überdies eine grosse Zumutung, zu verlangen, dass eine Patin, ein Pate – wenn schon nicht beide Paten – einer evangelischen, besser sicher: der reformierten, Kirche zugehörig ist? Sollten oder müssten wir das nicht sogar, wenn wir dem Patenamt ernsthaft einen “kirchlichen” Wert geben wollen (der gemäss Abs. 2 ja weiterhin vorgesehen ist)? – Auch wenn letztlich das Wohl des Kindes im Zentrum stehen und bestimmt lieber eine Taufe mehr als eine weniger vollzogen werden soll: Ich halte die Patenregelung meiner Landeskirche, bei allem Vertrauen in das Wirken und Wehen des Heiligen Geistes, für absurd lax – zumal seelsorgerliche Gründe eine weitere Lockerung der Voraussetzungen ermöglichen können (so festgelegt im letzten Satz von Abs. 3). Weshalb also schon die reguläre Bestimmung dermassen offen formulieren?

Über Berichte zur Anwendung dieser Bestimmung, insbesondere der Patenregelung, in der Praxis, aber auch über theologische Überlegungen dazu würde ich mich freuen – gleich in den Kommentaren oder per E-Mail. Speziell an die Pfarrerinnen und Pfarrer unter meinen Lesern: Welche Voraussetzungen sollten Paten bei Ihnen erfüllen? Und: Stellen sich die Fragen, die ich aufwerfe, in der freien Wildbahn überhaupt, oder handelt es sich aus Ihrer Erfahrung eher um ein Stürmchen im (akademischen/juristischen) Wasserglas?

KOrporate Identity

By , 06/07/2012 05:38

Wir Reformierten sind, entgegen landläufiger Klischees, ein lockeres, zutiefst entspanntes Völklein. Immer? Nicht immer – aber in der Regel. Belege gefällig? Hier, die Kirchenordnung der Zürcher Landeskirche:

a. Aufgenommene, die noch nicht getauft sind, empfangen als Zeichen ihrer Zugehörigkeit zur Gemeinde Jesu Christi in der Regel die Taufe. (Art 25. Abs. 3 KO)

b. Pfarrerinnen und Pfarrer tragen in der Regel den Talar. (Art. 36 Abs. 4 KO)

c. Im Gottesdienst werden in der Regel die Zürcher Bibel und das Gesangbuch der Evangelisch-reformierten Kirchen der deutschsprachigen Schweiz verwendet. (Art. 37 Abs. 1 KO)

d. Die Taufe findet in der Regel in einem Gemeindegottesdienst statt. Die Gemeinde bezeugt durch ihre Anwesenheit ihre Mitverantwortung für das Leben der Getauften und nimmt sie in ihre Fürbitte auf. (Art. 46 Abs. 1 KO)

e. Das Abendmahl wird in der Regel zwölf Mal im Jahr gefeiert, namentlich an Weihnachten, Karfreitag, Ostern, Pfingsten, am Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag sowie am Reformationssonntag. (Art. 50 KO)

f. Es ist die Regel, dass die Konfirmandinnen und Konfirmanden getauft sind. (Art. 78 Abs. 2 KO)

Erkennt man uns (Zürcher) Reformierte tatsächlich an der Ausnahme, die die Regel bestätigt? Oder ist diese Beobachtung bereits zu absolut gesetzt – und gilt nur in der Regel?

Fortsetzungen folgen.

Sollen und Nicht-Können

By , 11/05/2012 21:54

Mittlerweile gibt es ja zu fast jedem Thema ein eigenes Nachdiplomstudium mit entsprechendem Zertifikat – nun auch, angeboten vom Zentrum für Kirchenentwicklung und der Abteilung Aus- und Weiterbildung der Zürcher Landeskirche, ein Certificate in Advanced Studies (CAS) mit dem Titel “Pfarrerin/Pfarrer-Sein als Herausforderung der Gesellschaft”.

Ohne an dieser Stelle eine Diskussion über Sinn und Unsinn dessen vom Zaun brechen zu wollen, dass heute jeder aufwendigere Weiterbildungskurs ein “Studiengang” sein muss: Bin ich der Einzige, der aus der im Titel verwendeten Formulierung nicht schlau wird? “Pfarrerin/Pfarrer-Sein als Herausforderung der Gesellschaft” – was bzw. wer soll eine Herausforderung für wen bzw. wofür sein?

Sprachlich denkbar sind etwa:
a. Pfarrerin/Pfarrer-Sein als Herausforderung für die Gesellschaft
b. Pfarrerin/Pfarrer-Sein als von der Gesellschaft an Pfarrer gestellte Herausforderung
c. Pfarrerin/Pfarrer-Sein in der Gesellschaft als Herausforderung (für Pfarrer)
Ich bin überzeugt: Der Turmerlebnis-erprobte Genitiv-Spezialist Luther hätte seine wahre Freude!

Die Informationen zum Kurs bringen schliesslich die Auflösung: Die Teilnehmer, konkret: Pfarrerinnen-slash-Pfarrer, sollen lernen, sich “auf theologisch verantwortete Weise in den gesellschaftlichen Debatten sicht- und hörbar zu machen” (mehr dazu hier). Also: nicht statisch zu verstehendes Pfarrer-Sein als, im Sinne von: gleichbedeutend mit, Herausforderung, sondern ein konkretes pfarramtliches Wirken zur (!) Herausforderung der Gesellschaft.

Dies wirft sogleich aber eine umso grössere Frage auf, nun inhaltlicher Natur: Sollte solch ein Nachdiplom-Studiengang nicht nur scheinbar, sondern tatsächlich notwendig sein – wäre dies nicht ein Armutszeugnis für unsere Kirche und die in ihr wirkenden Theologen (inkl. -nachwuchs)? “Die Gesellschaft herausfordern” ist doch seit eh und je eine der zentralen Aufgaben der verkündigenden Kirche! Ist ihr, ist uns die Fähigkeit dazu wirklich, teils zumindest, abhanden gekommen? Was ist da, ganz vorsichtig und zurückhaltend gefragt, in den vergangenen Jahren in der Ausbildung, durchaus auch an der Uni und im Privaten, schief gelaufen?

Bildersturm

By , 04/05/2012 07:46

Im Moment geht wieder einmal das Studium vor: endlich, nach mehrfachem Aufschieben, den allerletzten Grundkurs abschliessen – Kirchengeschichte der Reformation und Neuzeit. Verschiedene Lehrmittel sind denkbar. Ganz sicher gilt dabei aber, was ich hier “mit letzer Tinte”, wie man mittlerweile zu sagen pflegt, schreibe:

“Mit vollem
Einsatz”
lesen
heisst:
Mit halbem
Einsatz lernen.

Das soll mir Mahnung genug sein. In diesem Sinne: Hauschild und Vorlesungsnotizen, ich komme!

Was gesagt werden muss: Ich finde den Zwingli-Comic, eine von vielen Arbeitshilfen für das Zürcher rpg-Angebot im 5.-7. Schuljahr (JuKi), recht gelungen.

Äpfel und Birken

By , 26/03/2012 13:54

Am Freitag als Studentenvertreter an einer Sitzung der Fakultätsversammlung, am Samstag nach dem verpassten ersten Tag zumindest an der zweiten Hälfte der Kirchenpflegetagung auf der Boldern, am Sonntag an einem Familienfest mit ad-hoc-Diskussion über die theologischen Unterschiede zwischen Luther und Calvin – als angehender Theologe ist man gefordert. [1] Anderseits: Später wird das sicher noch heftiger. Eine homöopathische Annäherung an die pfarramtliche Tätigkeitsvielfalt ist also durchaus in meinem Interesse.

Jedenfalls: Das Tagungs- und Studienzentrum Boldern wird, wie bekannt, auf neue Weise weitergeführt, die Kirchenpflegetagungen finden ab nächstem Jahr, gutzwinglianisch, im Kloster Kappel statt. Und so gab man uns Teilnehmern nach einer Podiumsdiskussion mit dem emeritierten Ethik-Professor Johannes Fischer (für mich ein schönes Wiedersehen) und der Workshoparbeit zum Abschied von der Boldern je ein Päckchen Birkensamen mit. Das lässt hoffen: Weder die Welt noch die Boldern werden so rasch untergehen – sonst hätten wir stattdessen ein paar Apfelkerne mitbekommen.

[1] Zum Thema “Luther vs. Calvin” hat die EKD Entspannt-Schönes, schön Entspanntes online gestellt: hier nachlesen.

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