Posts tagged: Gottesdienst

Vier-Viertel-Pakt

By , 23/06/2015 16:04

Es ist vollbracht!

Das “Es” ist dabei zweierlei innert kürzester Zeit: die nicht ganz freiwillige, aber halt aus beruflichen Gründen notwendige Abgabe des Kirchenpfleger-Amtes am Sonntag – und die Vikariats-Prüfungen Nummer 2, 3 und 4 vor neun Tagen (Gottesdienst) bzw. heute (Gemeindeaufbau und Seelsorge).

Damit bin ich endgültig “durch”:

Der Ordination steht jetzt nichts mehr im Wege.
Und also auch nicht dem Antritt der ersten Pfarrstelle.
Dem Umzug nächste Woche.
Dem Packen morgen.

Und auch nicht: dem Feiern heute abend!

Noch ein paar Wochen geht es in der Vikariatsgemeinde weiter. Dank noch nicht ausgeschöpften Ferienguthabens ist das Vikariat für mich dann de facto bereits Mitte (und nicht erst Ende) Juli zu Ende.
Und: Selbstverständlich äussere ich mich zu einem späteren Zeitpunkt auch noch zu meinem Offenen Brief und den vielfältigen Reaktionen, die er ausgelöst hat.

Spannungsvoll

By , 06/04/2015 10:19

An Karfreitag und an Ostern war ich im Einsatz. An beiden Feiertagen habe ich den Gottesdienst gemeinsam mit meinem Vikariatsleiter gestaltet: Zunächst übernahm ich “alles ohne Predigt”, zwei Tage darauf dann die “Predigt ohne alles”. Dieser logistische, in erster Linie natürlich aber theologische Spagat will jetzt verarbeitet werden. Und er lässt mir echt keine Ruhe – nicht einmal in der Bäckerei heute früh, wo ich feststellte, dass die Verkäuferin den Namen “Büsser-Hoppler” trägt!

Nachgekartet

By , 12/08/2014 14:44

Ich könnte jetzt lange… – ach, schauen Sie selbst.

Liebe Livia II

Die Auflösung finden Sie hier.

Damit nun aber nicht der Eindruck entsteht, wir Neo-Vikarinnen und -Vikare wären unproduktiv: Das stimmt nun gar nicht. Diese Woche erhalten wir von Prof. Martin Nicol und seiner Mitarbeiterin auf Boldern eine Einführung in die sogenannte Dramaturgische Homiletik. Schade, musste ich ein ganzes Studium lang darauf warten – schön, wird die Anweisung nun derart praxisbezogen nachgereicht. Und ja: Die selbständige Einübung, welche die Theorieblöcke immer wieder unterbricht und ergänzt, ist durchaus ein schönes Stück Arbeit! (Eben: “ein schönes Stück Arbeit“. Aber immerhin, bisher: “ein schönes Stück Arbeit”.)

Zahlen, bitte!

By , 23/12/2013 14:50

Die kirchliche Sozialisierung eines Kirchgängers, einer Kirchgängerin erkennt man, wie ich finde, u.a. sehr schön an dessen bzw. deren Handhabung des Gesangbuchs. Ich unterscheide hier drei Typen: Der Vollprofi tastet das Buch gar nicht erst an, da er Texte und Melodien aus dem Effeff kennt; der regelmässige und “erfahrene” Besucher wirft, kaum hat er sich gesetzt, mehr oder weniger unbewusst einen Blick auf die Anzeige der Liedernummern und legt die Bändeli der ersten beiden Lieder schon vor dem Gottesdienstbeginn an die entsprechenden Stellen; und der Neuling bzw. der Unerfahrene blättert sich nach der knappen Liedansage durch den Pfarrer, die Pfarrerin hektisch durch das Gesangbuch.

Ich zähle mich zur zweiten Kategorie – und sah mich gestern zweimal vor ein kleines Problem gestellt:

Links... …und rechts

Immerhin: Jetzt weiss ich, weshalb das Gesangbuch zwei Bändeli bereithält!

Konfessionsware

By , 22/10/2013 17:35

In der aktuellen Ausgabe einer Wochenzeitschrift aus dem schmalen Angebot der reformierten Presse, der – eben – “Reformierten Presse” (Nr. 42, 18.10.2013), findet sich auch ein Artikel über den Internationalen Kongress zur Vorbereitung des Reformationsjubiläums 2017, der Anfang Oktober in Zürich stattfand. [1]

In dem Bericht ist u.a. der folgende Absatz zu lesen:

“Es bleiben einige offene Fragen, nicht nur organisatorische (das ist normal), sondern auch grundsätzliche. Zum Beispiel: Wie kann der Eindruck vermieden werden, dass es sich um eine Reformations- und nicht um eine (dazu recht deutsche) Lutherfeier handelt?” [2]

(Erschienen in: “Reformierte Presse”, Nr. 42, 18.10.2013, S. 1; Autorin: Marianne Weymann)

Und was ist daneben, zur Illustration des Artikels – und letztlich auch, wohl unabsichtlich, der Problematik –, abgedruckt? …

Beffchen

… Ein Foto dreier den “Internationaler Kongress zur Vorbereitung des Reformationsjubiläums”-Gottesdienst haltenden/feiernden Exponenten der Zürcher Reformierten – von denen zwei (im deutschen Verständnis) lutherische Beffchen tragen.

Der EKD-Präsident Nikolaus Schneider, geladener Gast, dürfte sich gefreut haben. [3]

[1] Man könnte, gutkirchlich, auch von einer “Spurgruppe” sprechen.
[2] Hinweis: Die Formulierung ist ein wenig “verrutscht”. Gemeint ist (wie von der Autorin mir gegenüber bestätigt): “Wie kann herausgestellt werden, dass es sich um eine Reformations- und nicht um eine (dazu recht deutsche) Lutherfeier handelt?”
[3] Aus Erfahrung weiss ich, dass hier eine Relativierung notwendig sein könnte. Also: Die Beffchen-Frage ist, wie die Talar-Frage sowieso, bei uns Schweizer Reformierten nicht abschliessend beantwortet. Sollten wir sie aber nicht zumindest stellen – und zwar “überindividuell”?

Pfingstwünderchen

By , 22/05/2013 11:17

Nach einer längeren Blog-Pause bin ich wieder hier. In der Zwischenzeit sind sowohl drei Wochen Studium vergangen als auch ein Pfingst-Gottesdienst gehalten: Wenn die ehemalige Praktikumsleiterin anfragt, ob man bereit sei, das Wagnis einer Dialogpredigt einzugehen, sagt man nicht Nein, nicht? Nein.

Besonders gefreut habe ich mich darüber, dass die Zusammenarbeit mit (manchen) Pfarrämtlern dermassen unkompliziert und vertrauensvoll sein kann – und dass, “für mich”, auch eine Bewohnerin und ein Bewohner meines EPS-Altersheims (hier schon eingeführt: als “die Tapfere” bzw. “der Sänger”) vorbeikamen. Da nach dem Gottesdienst ein Taxi auf sie wartete, konnte ich nicht mehr mit ihnen sprechen – zumindest nicht direkt im Anschluss. Aber weil sie einer Generation angehören, die sich zu verabschieden pflegt, meldeten sich beide später noch telefonisch bei mir (ab).

Sie, die oft mit “diesem Gott” hadert und die Andacht im Altersheim bis anhin nicht besuchte, will ebendies nun übrigens ändern: “Der Gottesdienst hat mir so gut getan!”

Hach – Pfingsten!

Zeitgewinn

By , 29/04/2013 17:26

Gibt es Schöneres, als am Morgen nach der herbstnächtlichen Zeitumstellung zu merken, dass einem eine volle Stunde geschenkt wurde? Nun – vielleicht dies: bei der Vorbereitung für einen Gottesdienst in der Ex-Praktikumsgemeinde festzustellen, dass man sich, nichtsdenkend, den Pfingst-Anlass am Auffahrtsdatum eingetragen hat – und also zehn Tage Gär-Zeit gewonnen zu haben!

Zirkelschluss

By , 19/01/2013 09:42

Begann das kirchliche Praxissemester, mit dem Diakonie-Modul, für mich im Altersheim, so endete es am Mittwoch, jetzt im Rahmen des Kirchgemeinde-Praktikums, auch ebenda – im selben Altersheim: mit dem Leiten eines Gottesdienstes (und einigen strahlenden Gesichtern). Der Kreis hat sich geschlossen. [1]

Die nächste Woche verbringe ich noch mit den Mitpraktikantinnen und Mitpraktikanten im Kloster Kappel, zum gemeinsamen Abschluss des Semesters. Aber die eigentliche Arbeit, das Einüben des pfarramtlichen Handwerks, genauer: von Teilen davon, ist nun beendet.

Welche Fragen das Praxissemester mir beantwortet hat und welche allenfalls neu aufgeworfen wurden, werde ich in Form eines kurzen Gesamtfazits darlegen – nach der Schlusswoche. [2]

Jetzt, über das Wochenende, noch ein Referätli fertig vorbereiten…

[1] Kann sich eigentlich ein Kreis schliessen – oder entsteht ein solcher nicht überhaupt erst durch das Schliessen?
[2] Die in Fussnote 1 gestellte Frage wird dabei, soviel sei jetzt schon verraten, keine Rolle spielen.

Auf der Kanzel

By , 13/01/2013 16:25

Geboren im April 1980, dann die bekannten “kindlichen ersten Male” wie folgt: gelächelt im Juli 1980 – vom Bauch auf den Rücken gedreht im Oktober 1980 – ohne Muttermilch im Dezember 1980 – vom Rücken auf den Bauch gedreht im Januar 1981 – gerollt im Februar 1981 – gesessen im März 1981 – aufgestanden im Mai 1981 – gegangen im Oktober 1981 – gesprochen im Oktober 1982 – am Tag trocken im November 1982 – Nuggi-los im Juni 1983…

Im Nachhinein scheint es klar: Der Weg zum Pfarrer war vorgezeichnet. Und so kommt als grosses Datum in meinem Lebenslauf der Januar 2013 hinzu. Am heutigen 13.1. habe ich meine erste Predigt gehalten, mehr noch: meinen ersten eigenen Gottesdienst geleitet.

Alle Texte hatte ich allein geschrieben, alle Lieder selbst ausgewählt (beides natürlich im Austausch mit, ich kann mich nur wiederholen, der denkbar besten aller Praktikumsleiterinnen) – und es hat “gepasst”: Ich war vom Inhalt überzeugt, ich war von der sprachlichen und musikalischen Gestaltung überzeugt ([1]), ich war vom Wohlwollen der Kirchgemeinde überzeugt ([2]) – deshalb war ich nicht nervös, sondern ziemlich entspannt, stellenweise richtiggehend “in meinem Element”.

Die Rückmeldungen waren denn auch sehr positiv (und gingen über das beinahe schon sprichwörtliche Lob für die “schöne Krawatte” hinaus [3]). Eine sehr schöne Bestätigung – und gewiss eine der erfreulichsten Erfahrungen des Praxissemesters für mich: zu sehen, dass ich “das” kann. Bestimmt: Vieles lässt sich besser machen, Vieles werde ich im Vikariat und danach noch besser können. Aber der Anfang ist gemacht – und darauf kommt es mir, der ich mich eher zurückhaltend und mit (zu?) viel Ehrfurcht an die “Institution” der Predigt herangetastet hatte, an. [4][5]

[1] In punkto Musik habe ich mich für “klassische” Lieder entschieden: nicht weil ich nicht für andere Stücke zu haben wäre, sondern weil es mir wichtig war, meinen ersten Gottesdienst mit lautem (und korrektem) Gemeindegesang zu feiern.
[2] Die meisten anwesenden Gemeindeglieder kannte ich schon von früheren Gottesdiensten und Gesprächen her. Zusätzlich nahmen meine bessere Hälfte, Familienmitglieder, eine Studienkollegin und deren Ehemann sowie ein Bekannter aus Bubikon, dem ich freundschaftlich verbunden bin, teil. Was sollte da schon schiefgehen?
[3] Ich hatte mir allerdings in der Tat eine schöne Krawatte umgebunden.
[4] Spätestens ab Dienstag gab es aber kein Zurück mehr. Meine Praktikumsleiterin hatte dann dem Lokalblatt “Zolliker Bote” in Absprache mit mir ein “Eingesandt” geschickt, das meinen Einsatz ankündigte und in der Ausgabe vom 11.1.2013 (Nr. 1-2/2013) abgedruckt wurde. So blieb mir nur noch eine Möglichkeit: nach vorne zu schauen.
[5] Fotobeweise (in schlechter Bildqualität) gibt es hier und hier. Auch Tonaufnahmen habe ich machen lassen, aber diese landen vorerst einmal in meinem kleinen Privatarchiv. Etwas für die Enkel…

Schreiben und schreiben lassen

By , 11/01/2013 12:30

Kurz vor Beginn des Kirchgemeinde-Praktikums noch rasch eine Seminararbeit über eine Predigt des grossen (und sich gerne prononciert-absolutistisch äussernden) Karl Barth zu verfassen, war vielleicht doch keine so gute Idee. [1] Denn wenn, wie dieser schreibt, menschliche Befindlichkeiten in der Predigt nichts zu suchen haben und Theologen (und wahrscheinlich also auch angehende Theologen) stattdessen ausschliesslich von Gott reden sollen, was wir aber nicht können – dann kommt der Praktikant, der sich im Pfarrer-Handwerk versuchen möchte und sich sowieso schon viel zu viele Gedanken macht, an den Anschlag… [2]

So geschehen wenige Tage nach Neujahr, nachdem die denkbar beste aller Praktikumsleiterinnen und ich entschieden hatten, dass ich einen ganzen Gottesdienst allein gestalten und folglich auch eine Predigt schreiben würde: meine erste.

Also: die Perikopenordnung konsultiert, den vorgeschlagenen Predigttext von allen Seiten begutachtet und durchdacht, parallel dazu zwei, drei Kommentare gewälzt, endlich mit dem Schreiben begonnen – aber, dank Barth (und eigenen perfektionistischen Anwandlungen), mit leicht angezogener Handbremse. Man will ja nichts falsch machen, nicht? Dass mir eine künstlerisch versierte Praktikerin mit dem Hinweis Mut machen wollte, ich solle das Predigtschreiben doch einfach so entspannt angehen wie das Malen eines Bildes, hat nicht geholfen – im Gegenteil.

Die Predigt drohte eine Zangengeburt zu werden – bis ich eines späten Abends, nicht mehr ganz wach und noch nicht ganz schlafend, die langersehnte Eingebung hatte. Nun war urplötzlich, und völlig unerwartet, “alles” ganz “klar”! Also sofort aufgestanden, ein Blatt Papier und einen Kugelschreiber geschnappt und die Idee für den nächsten Tag festgehalten. Damit standen Aufbau und innere Logik der Predigt. Und beides habe ich nicht mehr gross verändert – wenigstens da mit Sicherheit, wo ich meine sich vor Enthusiasmus überschlagende Schrift noch entziffern konnte.

Ich mache mir nichts vor: Am Ende wird eine gute, aber sicher keine grosse Predigt stehen. Dazu fehlt es mir noch an homiletischer Erfahrung und Sicherheit und an liturgischer Präsenz. Aber den Entstehungsprozess einer Predigt so intensiv und mit dieser überraschenden Wendung zu erleben, ist doch schon mehr, als ich erwarten durfte – da bleibt mir eigentlich nur noch, den Gottesdienst am Sonntag zu geniessen.

[1] Ich habe Barths Predigt vom 10.12.1933 untersucht (die Predigt wurde u.a., noch im selben Jahr, in der fünften Nummer der Zeitschrift “Theologische Existenz heute” abgedruckt; Thema und Überschrift: “Die Kirche Jesu Christi”).
[2] Zur Klarstellung: Ich mag Barth, bzw. das, was ich von ihm kenne und verstehe, sehr. Sein Ansatz ist meiner Meinung nach ein willkommenes Korrektiv für Pfarrerinnen und Pfarrer, die zu erfahrungsschwerem Kanzelsprech neigen – aber er ist eben doch auch brutal.

Seite 1 von 212

Panorama Theme by Themocracy