Posts tagged: Bubikon

Sorge nachtragen

By , 05/05/2014 09:41

Mein vorletzter Beitrag hat ein paar Wellen geworfen. Für die Jungfreisinnigen des Kantons Zürich, auf welche die hiesige Kirchensteuer-Initiative zurückgeht, war er natürlich ein freudig gefundenes Fressen: Sie verfassten prompt eine Medienmitteilung zur Finanzierung der Nein-Kampagne, in der sie sich auch auf meine Kritik bezogen. Und dann waren da noch Rückmeldungen von “Kirchlichen”, denen mein Beitrag ebenso natürlich missfiel.

Dass ich mir keine Freunde machen würde, und falls doch, dann solche von der “falschen Seite”, war mir – so naiv bin ich dann doch nicht – bereits beim Schreiben klar. Damit kann ich leben. Ich möchte jedoch fünferlei nachtragen und damit auf das eine und das andere reagieren, was mir unterstellt wurde. Es gilt:

1. Ich würde mich über eine Ablehnung der Initiative freuen.

2. Zugleich wünschte ich mir allerdings weniger Alarmismus von kirchlicher (Kampagnen-)Seite. Die Welt ginge bestimmt nicht unter, würde die Initiative angenommen. Wo bleibt das Gottvertrauen? Wir sind doch eine Kirche, Gopfridstutz!

3. Ich finde es durchaus in Ordnung, einen Teil einer Kampagne zu kritisieren, deren Ziel man unterstützt.

4. An die Jungfreisinnigen: Nein, die Nein-Kampagne “wird” nicht durch Steuergelder juristischer Personen finanziert. Zumindest lässt sich dies nicht aus dem Brief des Kirchenrats ableiten. Wie dem Schreiben zu entnehmen ist, macht der Kirchenrat “nur” den Vorschlag, dass, nebst mehreren anderen Möglichkeiten der Unterstützung, die Kirchgemeinden auch Steuergeld einsetzen sollten. Aus meiner Sicht ist das in der Tat ungeschickt. Die angeschriebenen Gemeinden haben ja aber die Freiheit, diesen Vorschlag zu missachten – und gut is’! (In meiner Kirchgemeinde z.B. gründete sich ein Nein-Komitee, dessen Mitglieder den Einwurf eines entsprechenden Flugblatts privat finanzierten und dies auch kenntlich machten.)

5. Wie gesagt: Mir wäre eine Ablehnung der Initiative recht. Die z.T. gehässigen Reaktionen auf meine (ja lediglich partielle) Kritik lassen aber erahnen, was die kirchliche Mehrheit von richtigen “Abweichlern” in den eigenen Reihen halten dürfte. Der Slogan der Nein-Kampagne erscheint dann wie Hohn. Er lautet: “Sorge tragen”.

In der zweiten Hälfte offensiver

By , 25/04/2012 15:14

Heute vor zwei Jahren, an einem schönen Sonntag im April, feierte ich gleichzeitig einen runden Geburtstag und eine ebenfalls runde Wiederwahl in die Bubiker Kirchenpflege. Nun ist also schon Halbzeit – wohl, hoffentlich, nicht meines Lebens, ganz sicher aber der laufenden vierjährigen Legislaturperiode.

Zugleich neigt sich wahrscheinlich auch meine Bubiker Zeit der zweiten (und damit, die Rechner unter Ihnen ahnen es, letzten) Hälfte zu. Denn auch wenn diese wunderschöne, lebhafte Oberländer Gemeinde in den viereinhalb Jahren, in denen ich nun hier wohne und lebe, zu meiner Heimat geworden ist: Irgendwann, eben: in gut viereinhalb Jahren, nach Studium und Vikariat, werde ich sie verlassen müssen, sollte ich andernorts eine höherprozentige Pfarrstelle antreten – die Wohnsitzpflicht, die ich unterstütze, will es so.

Höchste Zeit also, mich bei allem kommunalen Engagement verstärkt nach aussen zu orientieren! Und so erwarten mich im neuen Lebensjahr nicht nur das semiobligatorische kirchliche Praxissemester, das ich zur Horizonterweiterung in einer urbanen Kirchgemeinde absolvieren werde – nein, ich freue mich auch sehr darauf, im Sommer und später einige Pfarrerinnen und Pfarrer ausserhalb der Bezirksgrenzen persönlich kennenzulernen: Praktiker, auf die ich über Facebook und durch Kommentare im Blog aufmerksam wurde und von denen ich gerne noch viel mehr erfahren möchte – über sie persönlich, ihren Werdegang, ihre Erfahrungen mit und in der Kirche, unter Kollegen wie in der Arbeit mit der Gemeinde, und noch vieles mehr.

Auf diese aktiv gesuchten Begegnungen im neuen Lebensjahr und die Impulse, die sie mir gewiss geben werden, bin ich gespannt.

Verzettelt

By , 20/04/2012 16:35

Die Bubiker Gottesdienste werden, wie diejenigen der anderen Gemeinden in unserem Bezirk auch, jeweils einen Tag vorher im “Zürcher Oberländer” beworben. Im sogenannten “Kirchenzettel” wird beispielsweise vermerkt, wer predigt, und zu welchem Thema, und welche Musikerinnen und Musiker den Gottesdienst mitgestalten. Zuständig sowohl für die Formulierung als auch für die Auftragserteilung an den ZO ist die jeweilige Pfarrperson.

Im Falle des vergangenen Gottesdienstes war es nun so, dass im eingereichten Kirchenzettel der Name der engagierten Sopranistin falsch geschrieben war. Erstaunlicherweise hat die Zeitung diesen Fehler entdeckt und in Rücksprache mit dem verantwortlichen Pfarrer korrigiert. (Kompliment!) Umso peinlicher ist es dann allerdings, wenn aus der “Predigt” im Entwurf in der gedruckten Ausgabe eine “Predgit” wird.

Alles soll geprüft werden – klar. Aber der Satz, lieber ZO, geht mit einem entscheidenden Hinweis weiter: “das Gute behaltet” (1. Thess 5,21)!

Bloke on the Water

By , 16/04/2012 06:47

In den Kommentaren zu einem der letzten Beiträge, “In dubio – pro reto?”, hat sich eine engagierte und interessante Diskussion zum Thema Pfarrbild entsponnen (hier nachzulesen). Es sollen sogar Telefondrähte geglüht haben deswegen…

Natürlich: Die Frage nach dem “richtigen” Verständnis des Pfarr- bzw. Bischofsamts ist so alt wie das Amt selbst. Neu ist solcherlei Nachdenken also gewiss nicht. Weil es hier und jetzt aber konkret Sie und Sie und Sie und mich betrifft, ist es eben doch lohnenswert, wenn nicht unabdingbar, sich immer wieder Gedanken zum eigenen Amtsverständnis zu machen. Und diese sind dann eben doch neu – für uns und die Zeit, in der wir leben.

Für die Bubiker Gemeindebeilage des “reformiert”, den “Chileblick”, schrieb ich im Mai 2011 eine kleine Kolumne, die sich mit ebensolchen Ansprüchen an Pfarramts-Inhaberinnen und -Inhaber beschäftigt. Als Präsident der Pfarrwahlkommission war es mir ein Anliegen, der Kirchgemeinde, die mir diese ehrenvolle Aufgabe anvertraut hatte, zu signalisieren, dass, egal, wen wir letztlich vorschlügen, im Pfarramt auch in Zukunft mit Wasser gekocht würde. [1]

A propos “Wasser” – hier der Text, den ich aus aktuellem Anlass noch einmal hervorkramte:

Ohne Tadel soll er sein, besonnen und gastfreundlich. Weder ein Säufer noch ein Schläger, weder parteiisch noch streitsüchtig noch geldgierig. Ach ja, und seine Familie sollte er fest im Griff haben – der ideale Bischof, wie der Apostel Paulus ihn sich in den Anfangszeiten des Christentums ausmalt (in 1 Tim 3).

Heute und hier, im Bubikon des Frühlings 2011, müssen nun auch wir Rechenschaft ablegen über unsere Vorstellungen vom Wunschpfarrer: ganz konkret, auf unsere Gemeinde bezogen. Die Pfarrwahlkommission befasst sich in diesen Monaten genau damit, und auch Sie mögen bisweilen darüber nachdenken.

Paulus liefert dazu einige Anhaltspunkte, die sich bestens auf das Pfarramt von heute übertragen lassen. Einerseits. Anderseits: Mit seinem „Stellenbeschrieb“ stehen wir erst am Anfang der Diskussion – denn wie weit muss Gastfreundlichkeit gehen? Kann als Verkündigerin gewinnend sein, wer nicht parteiisch ist? Was machen wir mit einem Bewerber, der gar keine Familie hat, die er im Griff haben könnte? Und: Welche Bubikon-spezifischen Vorgaben, die Paulus nicht nennt, sind zusätzlich zu erfüllen?

Ich bin sehr dafür, dass wir an einen Pfarrer, eine Pfarrerin hohe fachliche und menschliche Ansprüche stellen – möchte aber anregen, dass wir uns nicht scheuen davor, diese Ansprüche immer wieder in Frage zu stellen. Gestatten wir einem Bewerber doch, nicht alle gewünschten Qualitäten gleichermassen mitzubringen! Akzeptieren wir zudem, dass auch ein in Bubikon bis anhin unbekannter Weg zum Ziel führen kann! Nicht dass ein neuer Amtsinhaber schon nach kurzer Zeit seufzen muss: „Wenn ich übers Wasser laufe, sagen meine Kritiker: Nicht mal schwimmen kann er.“

Das abschliessende Zitat wird übrigens Berti Vogts zugeschrieben – bei ihm, dem “Terrier”, hat es, bei aller Kritik an seinem Fussballverständnis, immerhin für einen Welt- und zwei Europameister-Titel gereicht. Dass die Schauspielerei nicht seins ist, mag man ihm da gerne verzeihen.

Und wieviel – und was – verzeihen wir einem Pfarrer, einer Pfarrerin? Und wo bleiben wir unnachgiebig, ja: wo müssen wir unnachgiebig bleiben? [2]

[1] Ich unterstelle dem neu gewählten Herrn Pfarrer, der gestern feierlich ins Amt eingesetzt wurde, jetzt einfach einmal, dass dies zutrifft. Sonst möge er das Gegenteil beweisen.
[2] Für den eher schlecht geratenen Scherz im Titel bitte ich um Verständnis. Er kam mir in den Sinn, als ich letzte Woche nach meiner ersten Gitarrenlektion überhaupt das Riff zu “Smoke on the Water” übte.

Für Andi – es ist schön, dass wir Dich haben!

Feier im Anzug

By , 12/04/2012 17:18

So: Anzug aus der Reinigung abgeholt, Wein-Umbestellung abgenickt, Ansprachen weitgehend fertig geschrieben – die Einsetzungsfeier für unseren neuen Herrn Pfarrer kann kommen.

Ab Sonntagabend gibt es in Bubikon also keine Pfarrwahlkommission mehr, ist diese Kirchen-Geschichte Kirchengeschichte. Aber ich bin und bleibe stolz darauf, dass ich dieser tollen Truppe vorstehen durfte. Und dass wir einen ebensolchen Pfarrer gewinnen konnten.

Keine Ahnung, wodurch dies in nächster Zeit getoppt werden könnte. (Mein Gefühl sagt mir: definitiv nicht durch die Philosophie-Proseminararbeit.)

Die Ballade von Immernoch und Längstschon – zu Silvester/Neujahr

By , 31/12/2011 11:03

Wie schön sie doch sind, die Tage zwischen den Jahren: Das alte Jahr ist nicht mehr, das neue noch nicht. Für alles gibt es eine Stunde, sagt man – in diesen Tagen: die stille Stunde zur Entspannung im Raum zwischen dem Nichtmehr und dem Nochnicht. Zur Ruhe kommen, endlich…

Pustekuchen.

Jetzt erst finde ich doch Zeit dafür, nach dem Alltäglichen der vergangenen elfeinhalb Monate die letzten (und teilweise vorletzten) Pendenzen des alten Jahres abzuarbeiten und mich auf die ersten Wochen im neuen Jahr vorzubereiten. Das Nichtmehr des alten Jahres ist in Wirklichkeit ein lautes, forderndes Immernoch, das Nochnicht des neuen ein ebenso lautes, forderndes Längstschon.

Doppelte Arbeit also.

Und so habe ich die vorlesungs- und unterrichtsfreie Zeit zwischen Weihnachten und Silvester v.a. damit zugebracht, die über das Jahr angesammelten Kleintiere kurzzeitig über meinen Körper gewinnen zu lassen, meine Proseminararbeit zu Løgstrups Ansatz der “ethischen Forderung” doch noch fertigzustellen und, ebenfalls längst geplant, ein Arbeitszeugnis zu formulieren (immer wieder eine Herausforderung) – zugleich aber auch schon damit, den Unterricht der ersten Nachferienwoche sowie eine Hebräisch-Gesamtrepetition für die Tutoratsgruppe vorzubereiten. Jetzt steht noch ein Grossputz an. Wenn ich schon einmal dran bin…

Heute abend immerhin wird eine Pause eingeschaltet.

Ich verneige mich in grosser Dankbarkeit vor dem ausgehenden Jahr. Dieses war, soviel steht fest, das bis anhin ereignis- und lehrreichste, was mein Engagement in den Bereichen Theologie und Kirche anbelangt. Ich durfte beispielsweise feststellen, dass meine theologische Urteilskraft in den vergangenen zwei Semestern einige Fortschritte gemacht hat und ich mich mehr und mehr imstande fühle, an den Diskussionen in den universitären Veranstaltungen ernsthaft teilzunehmen. Auch denke ich sehr gerne an das religions- und bibelwissenschaftliche Seminar in Jerusalem und an das Barth-Blockseminar auf dem Leuenberg zurück, ebenso an die (erfolglose) Kandidatur für das Kirchenparlament und die (bisher erfolgreiche) Leitung der Bubiker Pfarrwahlkommission. Es ist viel gelaufen, und ich habe, es ist tatsächlich so einfach, nur gewonnen.

Zugleich schaue ich erwartungsvoll dem neuen Jahr entgegen. Was es für mich bereithalten wird? Der Uni-Stundenplan des ersten Semesters jedenfalls ist kreditpunktebedingt bereits stark reduziert, und im zweiten Halbjahr geht es in die praktische Ausbildung durch das Konkordat, was, beides, so hoffe ich, einige neue Erfahrungen und Impulse ermöglichen und bringen wird. Darauf bin ich gespannt. Wenn das neue Jahr nur halb so lehr- und abwechslungsreich wird wie das alte, bleibe ich ein glücklicher, zufriedener Mensch.

Das wünsche ich auch Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser: eine kleine Pause heute abend und, morgen beginnend, ein gutes neues Jahr mit den richtigen Herausforderungen zur rechten Zeit.

In eigener Sache: “Reformierte Presse” berichtet

By , 16/12/2011 09:09

Die Wochenzeitung “Reformierte Presse” stellt in ihrer Rubrik “Wendepunkt” wöchentlich eine Person aus dem theologischen oder kirchlichen Bereich vor. In der aktuellen, heute erschienenen Ausgabe (Nr. 50, 16.12.2011) befindet sich nun ein Portrait über mich. Den Text, verfasst von Herbert Pachmann, finden Sie auf der Rückseite der Zeitung – und, dank freundlicher Genehmigung durch den Verlag, auch hier:

Unterschiedliche Rollen als Herausforderung

Reto Studer aus Wolfhausen ZH ist auf Umwegen zum Theologiestudenten geworden

Bei gewichtigen Entscheiden habe ich bislang immer meinem Bauchgefühl vertraut. Damit bin ich ganz gut gefahren. Dies war schon so, als ich nach meinem Studienabschluss in Publizistik und Staatsrecht eine Stelle im Headhunting antrat. Drei Jahre lang war ich in diesem Bereich tätig. Das konzeptionelle Arbeiten in einem anspruchsvollen Umfeld, aber auch die anregenden Gespräche mit den Kandidaten habe ich sehr geschätzt. Es hätte gut so weitergehen können. Auf der anderen Seite wurden mehr und mehr auch Glaubensfragen in mir laut, denen ich unbedingt intensiver nachgehen wollte. Kirchlich eher lau sozialisiert, überlegte ich mir jetzt, ein Theologiestudium anzuhängen.

Mit 28 gab ich mir ein Jahr Bedenkzeit. Ich arbeitete weiter, belegte daneben aber den Hebräischkurs, den auch die Theologiestudenten zu besuchen haben. So konnte ich mir ein Bild vom Studium machen, ohne mich vorschnell für eine Zäsur zu entscheiden. Auf den Bauch hören heisst ja nicht, den Verstand auszuschalten.

2009 habe ich mich dann für das Theologiestudium eingeschrieben. Bereut habe ich das nie, auch wenn mein Lebensstil nun wieder ein anderer ist. Das Privileg, noch einmal studieren zu dürfen, wiegt das locker auf. Um meinen Unterhalt zu finanzieren, unterrichte ich an der Oberstufe, zudem bin ich Tutor an der Fakultät. Dank eines Darlehens der Eltern komme ich dann über die Runden.

Die Uni gibt mir ein solides theologisches Fundament. Daneben suche ich aber auch die kirchliche Erfahrung: Ich bin in Bubikon, passend zu meiner beruflichen Vergangenheit, Personalverantwortlicher der Kirchenpflege. Wenn es die Zeit zulässt, helfe ich auch gerne als Lektor oder im Unti aus. Theologie ohne Kirche oder Kirche ohne Theologie – das kann ich mir für mich nicht vorstellen. Mit Themen aus diesen Bereichen beschäftige ich mich auch in einem kleinen Blog (www.retostuder.ch). Das Schreiben zwingt mich, meine Ideen und Argumente besser zu durchdenken. Aber ich hoffe natürlich auch, dass die Texte gelesen werden.

Manchmal werde ich gefragt, wie ich alle diese Aktivitäten unter einen Hut bringe. Ich bin sicher gut strukturiert. Vor allem aber trenne ich Berufliches und Privates kaum: Wenn mich etwas interessiert, engagiere ich mich dort eben auch. So sind die Grenzen zwischen Pflicht und Musse fliessend. Ausserdem kann ich beim Musikhören bestens auftanken.

Die eigentliche Herausforderung ist eher das Wechseln zwischen den verschiedenen Rollen: Student, Vorgesetzter als Kirchenpfleger, Lehrer von Jugendlichen, Kommunikator beim Bloggen. Meistens klappt das ganz gut. Das Engagement an verschiedenen Orten ist sicher keine schlechte Vorbereitung auf eine Arbeit im kirchlichen Bereich, beispielsweise auf das Pfarramt. Die Praktika im nächsten Jahr werden zeigen, ob das Pfarrersein in Frage kommen kann.

(Erschienen in: “Reformierte Presse”, Nr. 50, 16.12.2011, S. 16; Autor: Herbert Pachmann)

Reto Studer in die ref. Kirchensynode? Leider nein.

By , 15/05/2011 18:45

Trotz grosser Bemühungen von meiner Seite hat es am Wahlsonntag vom 15.5.2011 nicht gereicht für meine Wahl in die reformierte Kirchensynode. Das ist enorm schade – ich kann damit aber gut leben. Gerne nehme ich die Gelegenheit wahr, den Gewählten zu ihrem Erfolg zu gratulieren. Zugleich möchte ich meinen Unterstützerinnen und Unterstützern für das Vertrauen danken, das sie in mich gesetzt haben.

Die vielen positiven Rückmeldungen vor und nach der Abstimmung bestärken mich darin, mich auch in Zukunft für eine reformierte Kirche einzusetzen, welche die Gemeindeautonomie stärkt und (endlich!) den Sprung über die Generationengrenze schafft. Für eine Kirche auch, die den Ideen-Wettbewerb und den öffentlichen Wahlkampf, das öffentliche Auftreten nicht scheut; die Insiderkirche, die sich selbst genug ist, hat zurecht keine Zukunft. Dies werde ich auch weiterhin vertreten – vorerst weiterhin auf Gemeindeebene.

Reto Studer in die ref. Kirchensynode!

By , 23/03/2011 20:37

Liebe Freunde und Bekannte
Liebe Reformierte im Bezirk Hinwil

Als Mitglied der ref. Kirchenpflege in Bubikon habe ich das Privileg, das kirchliche Leben auf Gemeindeebene mitgestalten zu dürfen. Die Gesetze hierfür werden in der Synode erlassen, dem Parlament der Zürcher Landeskirche. Da es mir ein Anliegen ist, dass die Interessen unserer Gemeinde und meiner Generation in die Gesetzgebung und die Strategie der Landeskirche einfliessen, kandidiere ich für die Synodalwahlen vom 15. Mai 2011.

Einen Slogan habe ich nicht – aber gute Gründe:

1. Die Generation der jungen Erwachsenen verdient eine Vertretung!
In der Synode sind die jungen Erwachsenen deutlich unterrepräsentiert. Das ist nicht die Schuld der Älteren: Es kann nur gewählt werden, wer kandidiert. Ich tue dies – weil ich mithelfen möchte, die Kirche verstärkt ins Bewusstsein meiner Generation zu bringen. Dies kann aber nur gelingen, wenn gleichzeitig die Hoffnungen, Bedürfnisse und Ansprüche dieser Generation in der Synode Gehör finden. Als Theologiestudent und junger Kirchenpfleger, der immer auch ausserhalb der Kirche gearbeitet hat, sehe ich mich als Vermittler zwischen diesen beiden Seiten.

2. Die Kirchgemeinde Bubikon muss in der Synode vertreten bleiben!
Die beiden Bubiker Synodalen werden nicht wieder kandidieren. Von 2 auf 0 – das wäre bedauerlich, zumal die Kirchgemeinde Bubikon stetig wächst und in einigen Bereichen echte Pionierarbeit leistet. Deshalb finde ich, dass unsere Erfahrungen und Interessen auch künftig in der Synode vertreten sein sollen.

3. Die Kirche gehört ins Dorf!
Die landeskirchliche Verwaltung übernimmt für die Kirchgemeinden unverzichtbare Aufgaben. Als Kirchenpfleger beobachte ich aber, dass die Zentrale in Zürich immer stärker vorgibt, wie unsere Arbeit auszusehen hat. Das ist nicht meine Vorstellung von reformierter Kirche. Ich möchte mich dafür einsetzen, dass die Kirchgemeinden möglichst selbständig bleiben und die Zentrale sich in erster Linie auf ihre Unterstützungsfunktion beschränkt. Kirche findet im Ort statt.

Ich freue mich, wenn Sie meine Kandidatur unterstützen. Sie können dies tun, indem Sie meine Kandidatur bei Ihren Freunden und Bekannten bekanntmachen. Wahlberechtigt sind alle Reformierten mit Wohnsitz im Bezirk Hinwil ab 16 Jahre.

Wegen der Verkleinerung der Synode reduziert sich auch die Zahl der Sitze, welche in unserem Bezirk zu vergeben sind. So kämpfen 12 Personen um 9 Sitze. Es sind also knappe Resultate zu erwarten. Mehr als sonst zählt deshalb jede einzelne Stimme.

Ich danke Ihnen für Ihr Wohlwollen.

Reto Studer

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