Stein des Weisens

By , 26/08/2014 13:47

Die ersten drei Wochen des Vikariats sind – bereits – vorüber: Wir wurden, wie die geneigte Leserin, der geneigte Leser natürlich längst weiss, ins Vikariatswesen eingeführt und in Dramaturgischer Homiletik geschult. Letzte Woche nun schrieb ich keine Karte. In der Post-Terminologie bleibend, sei gesagt: Wir wurden zum Thema Bildung gebrieft.

Am Sonntag nun durfte ich mich im Rahmen eines wunderbar volkstümlichen Chilbi-Gottesdienstes in meiner Vikariatsgemeinde vorstellen. Meine ganz persönliche Kirch-Weihe sozusagen! Ich fühle mich bestens aufgenommen – und bekam, zum Gottesdienst-Thema wie auch zu meinem Ausbildungsstand passend, dies hier überreicht:

Wegweiser

So freue ich mich also auf viele freundliche (und freundlich-kritische) Menschen, die mir den Weg weisen – und hoffe zugleich auf wenige, die, naja, mich wegweisen.

Nachgekartet

By , 12/08/2014 14:44

Ich könnte jetzt lange… – ach, schauen Sie selbst.

Liebe Livia II

Die Auflösung finden Sie hier.

Damit nun aber nicht der Eindruck entsteht, wir Neo-Vikarinnen und -Vikare wären unproduktiv: Das stimmt nun gar nicht. Diese Woche erhalten wir von Prof. Martin Nicol und seiner Mitarbeiterin auf Boldern eine Einführung in die sogenannte Dramaturgische Homiletik. Schade, musste ich ein ganzes Studium lang darauf warten – schön, wird die Anweisung nun derart praxisbezogen nachgereicht. Und ja: Die selbständige Einübung, welche die Theorieblöcke immer wieder unterbricht und ergänzt, ist durchaus ein schönes Stück Arbeit! (Eben: “ein schönes Stück Arbeit“. Aber immerhin, bisher: “ein schönes Stück Arbeit”.)

Postkartause

By , 10/08/2014 16:21

So – die erste Vikariatswoche ist vorbei. Sehr viel gibt es nicht zu berichten. Für den Moment so viel: Es waren fünf intensive Einführungs-Tage in der Kartause Ittingen. Viele neue (und freundliche) Gesichter traf ich da, und auch diskutiert wurde – viel.

Wer dabei war, dürfte aber doch bestätigen, dass nicht völlig falsch ist, was ich meinem Göttimeitli, noch nicht ganz drei Monate alt, per Postkarte vermeldete:

Liebe Livia

Im Ernst: Es ist schön, wenn Arbeit (hier noch: “uns umschauen” – sich beim Diskutieren kennenlernen und beim Sich-Kennenlernen diskutieren) und freie Zeit weitgehend Hand in Hand gehen und teilweise auch ein und dasselbe sind. Ein gelungener Start!

Nächste Woche geht es dann, wiederum im Vikarinnen- und Vikarenverband und somit ausserhalb unserer Ausbildungs-Kirchgemeinden, stärker an und in die Inhalte – und ans Eingemachte.

Höchste Zeit

By , 04/08/2014 07:43

Ich habe den Eindruck, meine erste eigene Trauung am Samstag sei mir gut gelungen. Vor mir sass und stand jedenfalls ein glückliches Paar – davor, währenddessen und danach. Und heute geht es schon weiter: für die einen in die Flitterwochen, für mich mit vielen Kolleginnen und Kollegen in die einjährige Pfaffen-RS: das Vikariat. Wieviel ich darüber bzw. daraus berichten kann, werde ich sehen.

Wie beim kirchlichen Praxissemester vor zweieinhalb Jahren gilt auch hier der Hinweis für alle, mit denen ich in den kommenden Monaten zu tun haben darf (auch wenn es aus meiner Sicht selbstverständlich ist): Es muss sich niemand, sei es in der Kirchgemeinde oder unter den Mitvikarinnen und -vikaren, sorgen, dass ich in diesem Blog Vertrauliches ausplaudere oder sonstwie Heikles schreiben könnte. Natürlich lässt sich das Vikariatsjahr in meinen Texten nicht aussparen – ich werde aber in einem allgemeinen Sinne von meinen Erfahrungen schreiben. Und im Zweifelsfall bitte ich die betreffenden Personen um ihr Einverständnis. Dies gilt im Übrigen auch für meine “Tagebuch”-Kolumnen in der “Reformierten Presse”.

Jetzt noch fertig packen – und dann ist es nach der Hochzeit höchste Zeit: ab in die Einführungswoche, ab in die Ausbildung!

Schwein und Aber

By , 27/07/2014 17:32

Hier mein siebter “Tagebuch”-Eintrag in der “Reformierten Presse” (die neue Funktionsbezeichnung “Vikar und Blogger” habe ich mir auf Kredit geliehen – am 4.8. geht es los):

Tagebuch 7 (30.31-2014)

(Erschienen in: “Reformierte Presse”, Nr. 30/31, 25.7.2014, S. 11; Autor: Reto Studer)

Bildunterschrift zum Sonntag

By , 14/07/2014 10:37

Götze im Doppel

Götze (li.) und Götze (re.)

Jedenfalls: Ich freue mich.

Lebens-Lauf

By , 13/06/2014 14:03

Hier mein sechster “Tagebuch”-Eintrag in der “Reformierten Presse”:

Tagebuch 6 (24-2014)

(Erschienen in: “Reformierte Presse”, Nr. 24, 13.6.2014, S. 11; Autor: Reto Studer)

Grösse des Kleingedruckten

By , 18/05/2014 16:44

Begonnen hat alles mit einer Musikkassette, die ein guter Freund und ich bei ihm zu Hause entdeckten. Seine Eltern mussten sie Jahre zuvor zusammengestellt haben, und nun, eines schönen Nachmittags im Sommer oder Herbst 1999, war sie uns also in die jugendlichen Hände gefallen, einige Monate vor unserer beider Matur. An die anderen Lieder erinnere ich mich heute nicht mehr (lediglich noch an dies: Simon & Garfunkel und Cat Stevens waren mit Sicherheit vertreten), aber das ist auch egal: Besonders angetan hatte es mir, hatte es uns ein druckvolles, eingängiges Dreieinhalb-Minuten-Opus mit der wiederkehrenden Zeile “I gave it up for music and the free electric band”, das uns wieder und wieder zurückspulen liess. Gar keine Frage: Dieses Lied musste ich “haben”! Eine Onlinesuche daheim, vermutlich noch mittels Altavista, ergab: Es handelte sich dabei um “The Free Electric Band”, 1973 von einem gewissen Albert Hammond veröffentlicht. Also: Umgehend eine Best-Of des Musikers gekauft – und diese ebenso sofort geliebt. [1] Doch dabei schien es bleiben zu müssen, denn viel mehr gaben weder die hiesigen CD-Geschäfte noch der Online-Handel her. Ausserdem: Informationen über Hammond? Weitgehend Fehlanzeige.

Aber was nicht ist… Und so ermittelte ich über allerlei Umwege die Kontaktdaten von Hammonds Business Manager in den USA und fragte bei diesem an, ob sein Mandant einverstanden wäre, wenn ich die Domain alberthammond.net reservieren würde, zwecks Gestaltung einer Website über den vom Internet zu Unrecht Vergessenen. Und bekam, zu meiner Überraschung (und umso grösseren Freude), grünes Licht – um wenig später sogar in persönlichem Kontakt mit Hammond selbst zu stehen: Regelmässig, über Monate hinweg mindestens einmal pro Woche, sprachen wir uns telefonisch, damit ich die Inhalte der Website, die nun offiziellen Status hatte, ausbauen konnte. [2] So entstanden nach und nach eine Lieder-Datenbank, die Möglichkeit des Austausches zwischen Albert und Fans – und eine erste Online-Biographie über den in Gibraltar Aufgewachsenen, der zunächst nach London und später, als Kalifornien und der US-amerikanische Musikmarkt lockten, nach Los Angeles übergesiedelt war. Sein grösster Hit als Sänger, “It Never Rains in Southern California”, erzählt just von letzterem Wechsel (und ist nur teilweise fiktiv).

Grössere Bekanntheit erlangte Albert aber nicht als Sänger, sondern, gewissermassen indirekt und inkognito ([3]), durch die zahllosen von ihm geschriebenen Lieder, die durch die Aufnahmen Anderer zu Hits wurden ([4]): “The Air That I Breathe” (The Hollies [5]), “When I Need You” (Leo Sayer), “One Moment in Time” (Whitney Houston), “When You Tell Me That You Love Me” (Diana Ross), “I Don’t Wanna Lose You” (Tina Turner) u.v.a. Weitere Musikerinnen und Musiker, die Lieder von ihm aufnahmen (und die Aufnahmen teilweise auch von ihm produzieren liessen), sind: Johnny Cash, Joe Cocker, Neil Diamond, Céline Dion, Duffy, Cass Elliot, Aretha Franklin, Art Garfunkel, Julio Iglesias, Elton John, Tom Jones, Johnny Mathis, Willie Nelson, Roy Orbison und Rod Stewart.

Das wiedererwachte Interesse an seiner Person – und möglicherweise auch der Erfolg, den sein Sohn, Albert Hammond jr., als Gitarrist der Strokes zu jener Zeit genoss – veranlasste Albert schliesslich dazu, nach mehrjähriger Pause ein Album mit neuen eigenen Liedern einzuspielen. Aus dem “Nur”-Songwriter wurde wieder ein Singer-Songwriter. Dem im Frühling 2005 veröffentlichten Album, “Revolution Of The Heart”, war allerdings wenig Erfolg beschieden, vermutlich zurecht. Für mich als Website-Betreiber und immer mehr auch “Insider” war es jedoch ein grosses Privileg, die Entstehung der Lieder und der Aufnahmen von den ersten Demos bis zur fertig abgemischten CD nachzuvollziehen und auch die Promo-Auftritte in London (wo ich in jenen Wochen sowieso wohnte) zu erleben. Und viele Kontakte zu knüpfen.

Tausende von Stunden hatte ich in dieses Hobby investiert (wenn ich nur an die Bewirtschaftung der Lieder-Datenbank denke!), als ich mich 2008, neun Jahre nach dem Start, schweren Herzens entschied, die Domain an Alberts Management zu übertragen. Die Nebentätigkeit war mir schlicht zu aufwendig geworden, und ich hatte ja einen Beruf… Es bleiben von jener Zeit: wunderbare Erinnerungen an Gespräche, Auftritte und Treffen, weiterhin ein loser Kontakt zu Albert – und die Aufnahmen aller unserer Telefongespräche. Also: wiederum Kassetten.

Heute feiert Albert Hammond seinen Siebzigsten. Mögen ihm die besten Tage noch bevorstehen! [6]

[1] Es handelt sich dabei um: “Greatest Hits (Albert Hammond)”, 1996 von Sony veröffentlicht. Die CD ist u.a. bei Amazon erhältlich. Ich kann sie nur empfehlen, da sie zum grossen Teil Aufnahmen enthält, die auf Hammonds ersten drei Soloalben (“It Never Rains In Southern California”, “The Free Electric Band”, “Albert Hammond”) veröffentlicht wurden – und diese stellen m.E. die Highlights seiner Sängerkarriere dar.
[2] Der Vollständigkeit halber sei hinzugefügt, dass ich lediglich für die Inhalte und das einfachere Programmieren zuständig war und mein lieber Bruder die grösseren Programmieraufgaben übernahm.
[3] Wer – ausser mir – liest in CD-Booklets schon das Kleingedruckte?
[4] In der Regel arbeitet Hammond mit Co-Writers, wobei er selbst zum grossen Teil die Musik komponiert.
[5] “Creep” von Radiohead enthält Teile der Melodie von “The Air That I Breathe”. Radiohead-Mann Thom Yorke zufolge war dies nicht beabsichtigt, doch werden nun jeweils auch Hammond und der Texter Mike Hazlewood (m.E. der beste Partner, den Albert jemals hatte) als Mitverfasser von “Creep” angegeben.
[6] Ganz entsprechend der ersten Strophe von “One Moment In Time” (Hammond/Bettis): “Each day I live / I want to be / a day to give / the best of me. / I’m only one / but not alone / my finest day / is yet unknown.”

Logout

By , 16/05/2014 15:04


Liebe Universität Zürich

Danke.
Meistens. – Vielleicht.
Nochmals: danke.

Dein Cand.theol. lic.phil. Reto Studer

PS: Jetzt freue ich mich aber vorerst auf die Praxis. Sorry.

Im Zentrum

By , 09/05/2014 09:11

Hier mein fünfter “Tagebuch”-Eintrag in der “Reformierten Presse”:

Tagebuch 5 (19-2014)

(Erschienen in: “Reformierte Presse”, Nr. 19, 9.5.2014, S. 11; Autor: Reto Studer)

Hinweise aus der Schreibstube: Der im Text erwähnte Herr erlaubte mir explizit, über unser Aufeinandertreffen bzw. Gespräch zu schreiben. Und: Es stimmt alles. Wirklich. Naja: fast. Tatsächlich stiegen wir in den Fünfzehner, nicht in den Vierer. Da ich beim Kontrolllesen aber fand, ich hätte in den vorangehenden anderthalb Sätzen bereits genügend Ü vürwündüt und da zudem ja beide Linien die genannten Haltestellen anfahren… Eine kosmetische Massnahme also!

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