Sein als Schein

By , 24/12/2012 07:00

Über das nachbarschaftliche, gartenübergreifende Baumschmücken in meiner Dübendorfschen Heimat habe ich bereits berichtet. Auch dem “Glattaler” war es in seiner Ausgabe vom 14.12.2012 eine kurze Meldung bzw. ein Foto wert.

Das beste Bild aber hat mein Vater geschossen – im Hoch- und Tiefschnee des 8. Dezembers:

Christbaum

(Bild [gänzlich unbearbeitet]: M. Studer)

Damit wünsche ich Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, ein frohes Weihnachtsfest!

Bei mir stehen zwei Familienfeiern an (ich habe ja früh genug geübt mit Zupfen), die Mithilfe bei einem Gottesdienst in meiner Praktikumsgemeinde – und ein paar ruhige Stunden zum Nachdenken über meine erste Predigt…

Meysterfeyer

By , 21/12/2012 05:39

Das kleine (und weiterhin feine) Lied mit der Luftaufsichtsbaracke kannte ich natürlich schon lange, als ich dessen Texter, Komponisten und Sänger zum ersten Mal auftreten sah: an einem Samstagabend im Januar 1997, bei “Wetten, dass..?”, mit “Lilienthals Traum”. Eigentlich unvorstellbar: Es ist Showtime – und ein schmächtiger, grauhaariger Mann singt live, ohne äussere Showeffekte und in deutscher Sprache ein beinahe achtminütiges, textlastiges, symphonisches Heldenepos über einen Flugpionier aus dem 19. Jahrhundert. Damit, mit dem Lied und dem grossartigen, wie aus der Zeit gefallenen Vortrag, hatte er mich im Sack – ein für allemal: Es sollte der Beginn sein einer bis zum heutigen Tag anhaltenden Freude an den Beobachtungen, dem Sprachvermögen, der Dichtkunst, den Melodien des Liederdrechslers Reinhard Mey.

Sein phänomenales Werk ist eine bunte Mischung von Liedern zu, fast, allem Erdenklichen. Da wechseln sich munter ab: Geschichten und Gedanken über und für seine Kinder (in all deren Lebensphasen); die präzise Darstellung von Figuren, Ereignissen, Entdeckungen in der nahen und fernen Geschichte; philosophische Betrachtungen über Alltägliches, aber auch über das ganz Grosse (oftmals kein Entweder-Oder, sondern ein Sowohl-als-Auch); meist kitschfreie Oden an seine Frau Gemahlin, die Liebe per se, die Musik, seine grosse Sehnsucht (und das spätere Hobby): das Fliegen; mal lockerflockige, mal beissende Gesellschaftskritik; Erinnerungen an die eigene Kindheit und Jugend; augenzwinkernde Selbstbetrachtungen; Reflexionen über Vergänglichkeit und Tod; immer wieder sein Berlin – und vieles mehr.

In den über vierzig Jahren seiner Liedermacherei sind noch und nöcher hinreissende Werke in deutscher, französischer, niederländischer Sprache entstanden, die mich begeistern – und ist der Name Mey zu einer festen “Marke” in der Musikbranche geworden: Die Alben, die er weiterhin im Zwei- bis Drei-Jahres-Takt aufnimmt und veröffentlicht (letzteres immer, natürlich, im namensverwandten Monat Mai), verkaufen sich, fast ohne Werbung, hervorragend, die sich daran anschliessenden Tourneen – gut sechzig lange Abende am Stück, an denen er, schmächtiger, grauhaariger Mann, ohne äussere Showeffekte und nur von seiner Gitarre begleitet, die Lieder, neue wie alte, auf das Wesentliche reduziert – sind, ebenso zurückhaltend beworben, in der Regel ausverkauft.

Und ein Ende ist nicht in Sicht: Im kommenden Frühling wird Mey bei seiner Plattenfirma ein weiteres Mal ein frisch aufgenommenes, fixfertig abgemischtes und gemastertes Album einreichen, das dann, ganz und gar unverändert, am 3. Mai in den Handel kommt (eine solche Verfügungsgewalt über das eigene Werk ist fast beispiellos in der Branche). Die neue Produktion soll “Dann mach’s gut” heissen.

“Dann mach’s gut!” – das wünsche auch ich: Reinhard Mey zum heutigen Siebzigsten. Mögen noch viele weitere folgen!

Zum Einstieg seien an dieser Stelle die folgenden Alben empfohlen: “Mein achtel Lorbeerblatt” (1972), “Wie vor Jahr und Tag” (1974), “Farben” (1990), “Flaschenpost” (1998) und der Kinderlieder-Sampler “Mein Apfelbäumchen” (1989).

Gemachtes Bildnis

By , 13/12/2012 17:22

Donnerstags unterrichte ich morgens und nachmittags; über Mittag beaufsichtige ich, drinnen, meine Klasse beim Essen und während der darauffolgenden Pause, draussen, die ganze Oberstufe. Bei der Ausübung des letztgenannten Ämtlis hat es sich eingebürgert, dass eine bestimmte Schülerin und ein bestimmter Schüler mich beim Mehrfach-Rundgang um das Schulhaus begleiten und wir über dieses und jenes sprechen – wobei beide Seiten Kraft für die zweite Tageshälfte tanken.

Als ich mich heute kurz aus dem Mittagsgespräch ausklinken musste, um ein paar andere Jugendliche an die bestbekannten Verhaltens- und Umgangsregeln auf dem Pausenplatz zu erinnern, hörte ich, wie hinter mir die (bestimmte) Schülerin, die mich aus meiner Kirchgemeinde kennt, beinahe konspirativ zum (bestimmten) Schüler sagte: “Der macht das immer so gut. Schöne Sprache. Aber klar – er wird ja auch Pfarrer!”

Wenn die Guten wüssten, dass ich auch ganz anders kann… Aber weshalb mich wehren, wenn das Bild vom Pfaffen schon einmal ein erfreuliches ist?

Hält euch kein Dunkel mehr

By , 10/12/2012 05:40

Advent – Weihnachten steht vor der Tür, hinter der Dunkelheit erwartet uns ein, das Licht. Kaum irgendwo ist dieses Bild schöner und tröstlicher gemalt als in diesen acht Zeilen:

Die Nacht ist vorgedrungen,
der Tag ist nicht mehr fern.
So sei nun Lob gesungen
dem hellen Morgenstern.
Auch wer zur Nacht geweinet,
der stimme froh mit ein.
Der Morgenstern bescheinet
auch deine Angst und Pein.

(Aus: “Weihnachtslied”, Text: Jochen Klepper, Erstveröffentlichung in dem Gedichtband “Kyrie. Geistliche Lieder”, 1938) [1]

Der genialische Autor, Dichter, Schriftsteller Jochen Klepper, sensibler Drechsler obiger Verse, geboren 1903, Sohn eines evangelischen Pfarrers, verheiratet mit der um einige Jahre älteren Johanna Stein: Mutter zweier Töchter aus erster Ehe – Jüdin; deswegen ab der Machtübernahme der Nationalsozialisten immer mehr in der Ausübung seines eigentlichen Berufs als Journalist eingeschränkt und schliesslich notgedrungen als “freier” Schriftsteller tätig, bisweilen fiebrig-schnell arbeitend, verwerfend, neu beginnend; noch im Jahre 1940 zum Wehrdienst eingerückt, um seine Ehefrau und deren jüngere Tochter Renate (die ältere, Brigitte, lebte im sicheren Ausland) vor der drohenden Deportation zu schützen, doch schon bald wieder entlassen, da er nicht in die von den Behörden erwartete Scheidung einwilligt – in der Furcht vor einer Zwangsscheidung und dem damit vorgezeichnet scheinenden Weg beider Frauen ins Konzentrationslager nimmt er sich in und mit seiner kleinen Familie in der Nacht vom 10. auf den 11. Dezember 1942 das Leben.

Heute vor siebzig Jahren.

Den “hellen Morgenstern”, den er im oben zitierten, fast genau fünf Jahre zuvor verfassten “Weihnachtslied” besingt, scheint Klepper bei aller irdischen Verzweiflung bis zum Ende vor und über sich leuchten gesehen zu haben. Sein letzter Tagebucheintrag endet mit den Worten: “Über uns steht in den letzten Stunden das Bild des Segnenden Christus, der um uns ringt. In dessen Anblick endet unser Leben.”

Persönlicher Hinweis:
Ich selbst bin nur per Zufall und ausserhalb von Studium und Kirchgemeindearbeit auf Jochen Klepper und sein Werk gestossen. Wäre dieser runde Jahrestag, liebe mitlesende Pfarrerinnen und Pfarrer, nicht vielleicht ein guter Anlass, demnächst eines seiner Lied-Gedichte ins Zentrum eines Gottesdienstes zu stellen? Muss ja nicht zwingend noch im Advent sein – Klepper hat zu fast allen Feiertagen und Anlässen geschrieben…

Literaturempfehlung:
a. Gesangbuch der evangelisch-reformierten Kirchen der deutschsprachigen Schweiz [2]
b. Klepper, Jochen: Unter dem Schatten deiner Flügel. Aus den Tagebüchern der Jahre 1932-1942, Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt, 1956 (mehr hier).
c. Baum, Markus: Jochen Klepper, Schwarzenfeld: Neufeld Verlag, 2011 (mehr hier).

[1] Der Titel dieses Blog-Eintrags entstammt demselben Gedicht – der ebenso schönen (und wunderbar unverträumt startenden) vierten Strophe, die da lautet: “Noch manche Nacht wird fallen / auf Menschenleid und -schuld. / Doch wandert nun mit allen / der Stern der Gotteshuld. / Beglänzt von seinem Lichte, / hält euch kein Dunkel mehr. / Von Gottes Angesichte / kam euch die Rettung her.”
[2] Nicht weniger als elf Gedichte Kleppers haben Eingang in das Reformierte Kirchengesangbuch gefunden: “Tauflied” (“Gott Vater, du hast deinen Namen”, 179), “Weihnachtslied” (“Die Nacht ist vorgedrungen”, 372), “Weihnachts-Kyrie” (“Du Kind, zu dieser heilgen Zeit”, 415), “Neujahrslied” (“Der du die Zeit in Händen hat”, 554), “Morgenlied” (“Er weckt mich alle Morgen”, 574), “Mittagslied” (“Der Tag ist seiner Höhe nah”, 584), “Abendlied” (“Ich liege, Herr, in deiner Hut”, 622), “Geburtstagslied” (“Gott wohnt in einem Licht”, 696), “Hochzeitslied” (“Freuet euch im Herren allewege”, 738), “Silvesterlied” (“Ja, ich will euch tragen”, 746) und “Trostlied am Totensonntag” (“Nun sich das Herz von allem löste”, 777).

Stammbäumiges

By , 08/12/2012 09:51

Die Welt ist klein. Und das nicht nur, weil sie sich in der Kälte nach drinnen verzieht oder gegen Weihnachten noch näherrückt. Nein:

Am Silvester des vergangenen Jahres sandte mir ein mir bis dahin unbekannter Herr, der hier still mitliest, eine sehr schöne Rückmeldung auf mein Blögli und wünschte mir ein gutes neues Jahr. Darüber freute ich mich sehr, und das habe ich einige Zeit darauf bereits einmal kurz vermeldet.

Am vorgestrigen Samichlaus-Tag nun schrieb mir ebendieser Herr wieder. Er habe gerade die Cousine seiner Mutter im Altersheim besucht und dabei mit ihr auch über ihren Nachwuchs und in diesem Zusammenhang auch über dessen Nachwuchs gesprochen – was dieser denn so treibe? “Jaaa, der Reto studiert Theologie…” Der Herr stutzt, fragt weiter (“Reto wie-noch?”) und erfährt: Die von ihm besuchte Cousine seiner Mutter ist – meine Grossmutter.

Ist dieses Internetz-Dingsbums nicht eine herrliche Sache?

Ich google jetzt erst einmal nach der korrekten Bezeichnung unseres Verwandtschaftsverhältnisses…

Zu einfach

By , 07/12/2012 11:29

Letztes Wochenende besuchte ich in meiner Praktikumsgemeinde ein paar, na gut: ein Paar, Gottesdienste und ein Konzert, gewissermassen zur Akklimatisierung. (Damit meine ich nicht primär, dass ich in meinen guten alten Ordonnanzschuhen durch den Schnee stapfte.)

Einer der Gottesdienste fand abends statt. Weil die Busse ab Wolfhausen an den Wochenenden nur recht schüchtern verkehren, war ich an jenem Tag einiges zu früh in Zürich – und konnte da dafür noch etwas Kleines essen. Also bestellte ich bei meinem Lieblingsamerikaner etwas zum Mitnehmen, zahlte, nahm das Rückgeld von 2.50 Franken entgegen – und hörte von der Kassierin den Satz: “Können Sie ja gleich zwei Franken für die kranken Kinder spenden!”

Mit der flegelhaften Leichtigkeit dessen, der gerade eben eine Seminararbeit zu Barth fertiggestellt hat, erlaubte ich mir eine frivole Umkehrung von dessen wohl bekanntester Aussage, dachte mir folglich: “Ich kann, soll nicht” – und antwortete mit einem, immerhin wieder urbarthianischen, “Nein!”.

Neinso billig, so forsch kommt niemand an mein Kollektenscherflein. Advent hin, Burger-Gemeinde her.

Drei gewinnt, zum Zweiten

By , 28/11/2012 19:25

Wieder gesund, startete ich heute ins Kirchgemeinde-Modul des Praxissemesters. Was gibt es da Schöneres, als meine Praktikumsleiterin zur Andacht in dem Altersheim zu begleiten, in dem ich im September/Oktober das Diakonie-Praktikum absolviert habe? Wer meine Berichte über jene drei Wochen in Erinnerung hat, wird nicht erstaunt sein darüber, dass ich eine Stunde zu früh da war. Ein Versehen – aber wahrscheinlich auch ein Zeichen. Und es war dann ja auch schön!

Dank meiner überfrühen Ankunft konnte ich schon vor der Andacht die ersten Update-Schwatze führen. Als ich mich dabei von einer bestimmten Dame verabschiedete, meinte sie, dass es da etwas gäbe, was sie nach den früheren gemeinsamen Gesprächen gerne mit mir besprechen würde. Kein Problem: Ich hatte vorab mit “meiner” Pfarrerin vereinbart, dass ich nach dem gottesdienstlichen Teil noch ein wenig bleiben dürfe, um die im Herbst begonnenen Seelsorgegespräche fortzuführen. Und so suchte ich die besagte Seniorin am früheren Nachmittag in ihrem Zimmer auf. Die Fehde mit der Tischnachbarin? Beendet. Aber der geliebte Mann, mit dem sie 53 Jahre lang verheiratet war und der vor ein paar Jahren verstarb, fehlt ihr immer mehr. (Mehr zur Vorgeschichte hier). Schliesslich dann ein zaghaftes Heranwagen an die sie belastende Frage: Früher habe sie einen sehr guten Pfarrer gekannt… der aber nicht mehr lebe… und nun wisse sie nicht, wer… sie einmal bestatten würde… nicht kirchlich, aber… jemand müsse doch ein paar Worte sagen, wenn dereinst… ihre Urne zu jener ihres Mannes gelegt werde… und da habe sie schon bei den letzten Gesprächen gedacht, dass… ich… vielleicht? Aber wahrscheinlich sei es vermessen, dies zu fragen.

Nein, es ist nicht vermessen. Und eigentlich kann ich ja gar nicht ablehnen. Oder?

Praxis-Portefeuille, zweiter Teil

By , 27/11/2012 09:34

Heute setze ich mein kirchliches Praxissemester fort. Nach dem Diakonie-Modul, das ich im September in einem Altersheim absolviert habe – Berichte dazu hier, hier, hier, hier, hier und hier –, und einer rund zweimonatigen Pause (wegen Dispensation von den Modulen “Wirtschaft” und “Schule”), die ich mit dem Verfassen meiner Bachelorarbeit und von ein paar Seiten einer Seminararbeit zugebracht habe, geht es nun ab heute Dienstag in der Kirchgemeinde weiter – eigentlich. Wäre ich bloss nicht so stark erkältet! [1] Sobald ich wieder gesund bin, wahrschein- und hoffentlich morgen, stosse ich aber dazu.

Das Programm dieses Praktikums wird sehr vielfältig sein – und sich in vielerlei Hinsicht, auch in Bezug auf die bedienten Miljös, von dem unterscheiden, was ich als Kirchenpfleger in einer ländlichen Gemeinde kenne. Mögen mir, um beim bewährten Bild zu bleiben…

Blättchen

…ein paar neue Blättchen wachsen.

Ich bin gespannt und freue mich!

Zur Erinnerung noch einmal der Hinweis für alle, mit denen ich im Praxissemester zu tun haben darf (auch wenn es m.E. selbstverständlich ist): Es muss sich niemand, sei es in der Kirchgemeinde oder unter den Mitpraktikanten, sorgen, dass ich in diesem Blog Vertrauliches ausplaudere oder sonstwie Heikles schreiben könnte. Natürlich lässt sich das Praxissemester in meinen Texten nicht aussparen – ich werde aber in einem allgemeinen Sinne von meinen Erfahrungen schreiben (wie ich dies z.B. auch als Kirchenpfleger tue). Und im Zweifelsfall bitte ich die betreffenden Personen vorab um ihr Einverständnis.

[1] Nein, (allein-)schuld ist bestimmt nicht das Christbaum-Schmücken! Nachdem die lieben Schülerlein am Donnerstag und Freitag durchgehend gehustet hatten, benötigte es am Samstag wohl nicht mehr viel…

Schein als Sein

By , 25/11/2012 15:07

Im Wohnquartier meiner Kindheit ist vor etwa vier Jahren ein Paar in eines der alten Einfamilienwürfelchen eingezogen. Ob die beiden Neuen wollten oder nicht: Für zwei, drei alteingesessene Nachbarsfamilien stand fest, dass die grosse Tanne in ihrem Garten, schön exponiert an der Strasse gelegen, auch fortan, unter den neuen Besitzern, alljährlich mit elektrischen Kerzen für die Adventszeit gepimpt werden sollte.

Und so legten sämtliche Interessierten, selbstverständlich in Absprache mit den Neuen (welche für all die Alteingesessenen wahrscheinlich noch Jahrzehnte lang “die Neuen” sein werden), Geld zusammen für die Kerzen und mieten auch gemeinsam das Liftfahrzeug, welches für das Schmücken bzw. Entschmücken des Baumes mittlerweile notwendig ist. Endnovember für Endnovember wird seither in nachbarschaftlicher Gemeinschaftsarbeit die Tanne bekerzt.

Von diesem Happening, an dem auch meine Eltern beteiligt sind und das mit einem gemeinsamen Wienerli-Essen endet, hatte ich schon viel gehört, gestern nun war ich dabei. Schon eindrücklich: gut zehn Meter Baum, sechzehn Lichterketten à zwanzig Lämpchen, vier Stunden Arbeit (zwei Männer im Liftkorb, zwei unten, die Frauen schnatternd daneben) – und der Baum, der schon immer dort gestanden hatte, “stand”.

Dabei hatte ich, “unten”, zur Bereitstellung der Ketten für die Dekorateure, eingeteilt, ein schönes Déjà-vu: Liess der Nachbarsjunge früher an einem Stück Schnur alte Spielzeugautos und dergleichen aus seinem im ersten Stock gelegenen Kinderzimmer herunter (als Geschenk für uns Kleineren), so nahm ich von ihm, der vor einigen Jahren als Familienvater in sein ehemaliges Elternhaus zurückgekehrt ist und als Schmückender oben im Lift stand, jetzt die herunterbaumelnden Netzstecker-Enden all der Ketten entgegen, die er zuvor, Kerze für Kerze, an die Äste angeknipst hatte.

Der Baum ist also geschmückt, der Sentimentalitätsmodus eingeschaltet – meinetwegen kann der Advent in seiner immer wieder einmal auch säkularen Besinnlichkeit adveniren!

Studentenfutter

By , 19/11/2012 12:53

Barth hält mich seminararbeitstechnisch gerade ziemlich schön auf htraB. So sieht sie also aus, meine theologische Existenz heute – und morgen.

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