Category: Theologie

Die Tannen freuen sich

By , 24/12/2013 13:14

Wie letztes Jahr war ich auch in diesem End-November daran beteiligt, die grosse Tanne in meinem alten Wohnquartier in einem nachbarschaftlichen Effort zu schmücken. Kalt und nass war es dieses Mal. Aber ich finde, das Schlottern im Friesennerz hat sich wieder gelohnt:

Leuchtfeuer

(Bild: M. Studer)

Damit wünsche ich Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, einen frohen Heiligabend und ebenso frohe Weihnachten! [1]

Bei mir stehen zwei Familienfeiern an – und danach ein paar ruhige Stunden zum Nachdenken: über das ausgehende Jahr und über das neue. Und konkret auch: über das Thema meiner Masterarbeit.

[1] Beim Titel dieses Beitrags handelt es sich um ein Zitat aus einem von mehreren Weihnachtsliedern Jochen Kleppers: “Weihnachtslied im Kriege”. Und das Lied wiederum zitiert aus Jes 14,7f., wo gemäss der Zürcher Übersetzung allerdings nicht von Tannen, sondern von Wacholderbäumen die Rede ist (bei Luther: Zypressen). Aber – hey…

Zahlen, bitte!

By , 23/12/2013 14:50

Die kirchliche Sozialisierung eines Kirchgängers, einer Kirchgängerin erkennt man, wie ich finde, u.a. sehr schön an dessen bzw. deren Handhabung des Gesangbuchs. Ich unterscheide hier drei Typen: Der Vollprofi tastet das Buch gar nicht erst an, da er Texte und Melodien aus dem Effeff kennt; der regelmässige und “erfahrene” Besucher wirft, kaum hat er sich gesetzt, mehr oder weniger unbewusst einen Blick auf die Anzeige der Liedernummern und legt die Bändeli der ersten beiden Lieder schon vor dem Gottesdienstbeginn an die entsprechenden Stellen; und der Neuling bzw. der Unerfahrene blättert sich nach der knappen Liedansage durch den Pfarrer, die Pfarrerin hektisch durch das Gesangbuch.

Ich zähle mich zur zweiten Kategorie – und sah mich gestern zweimal vor ein kleines Problem gestellt:

Links... …und rechts

Immerhin: Jetzt weiss ich, weshalb das Gesangbuch zwei Bändeli bereithält!

Barmherzig ausgespannt

By , 05/12/2013 11:51

Wie versprochen, hier nun mein erster “Tagebuch”-Eintrag:

Tagebuch 1 (48/2013)

(Erschienen in: “Reformierte Presse”, Nr. 48, 29.11.2013, S. 9; Autor: Reto Studer – Online-Textfassung hier)

Hinweis aus der Schreibstube: Die Geschichte stimmt fast eins-zu-zwö… äh: -zu-eins. Bei der Nennung des Liedes erlaubte ich mir jedoch eine künstlerische Freiheit: Nachdem mir die verantwortliche Redaktorin mitgeteilt hatte, dass das Lied “Ich steh in meines Herren Hand”, das mir in der Realität “erschienen” war und das ich deshalb im ersten Entwurf nannte, wohl zu wenig bekannt und der Liedtitel deshalb auch nicht sofort als Liedtitel identifizierbar sei, beschloss ich, diesen durch “Du kannst nicht tiefer fallen als nur in Gottes Hand” zu ersetzen. Diese Liedzeile ist nicht nur einiges bekannter (RG 698), sondern erfüllt ihren Zweck im Kolumnentext, im Gegensatz zum erstgenannten Titel, darüberhinaus selbst dann, wenn man das entsprechende Lied nicht kennt. Ich finde: zwei gute Gründe für die Änderung!

Und: Die doppeldeutige Überschrift dieses Blog-Beitrags ist ein Zitat aus dem im Kolumnentext genannten Lied.

In eigener Sache: “Tagebuch” in der “Reformierten Presse”

By , 29/11/2013 10:07

Im September erhielt ich die Anfrage und sagte ich nach einigem Zögern zu, und seit der aktuellen Ausgabe der “Reformierten Presse” bin ich es: Mit-Schreiber des “Tagebuchs” – einer kleinen, aber (wenigstens bis anhin…) feinen Kolumne in der “Reformierten Presse”, die von fünf ziemlich unterschiedlichen kirchlich und-slash-oder theologisch Verankerten, schön im Wechsel, mit Stoff aus dem, genauer: deren, Leben gefüllt wird.

Wie gesagt: Ich habe gezögert. Das Schreiben (guter!) Kolumnentexte für eine Wochenzeitung, die sich an Leute vom Fach richtet, ist schliesslich nicht nichts! Ob bei mir per sofort alle fünf Wochen etwas für dieses Publikum Berichtenswertes passiert, das sich noch dazu auf den vorgebenenen Umfang von “2’000 Zeichen inkl. Leerzeichen” ausbreiten bzw. konzentrieren lässt? Und ob ich dann dafür auch noch die richtigen Worte finde? Nun gut: Da muss ich jetzt durch. Und natürlich freue ich mich.

Schön für mich und Sie: Die “Reformierte Presse” erlaubt mir freundlicherweise, meine “Tagebuch”-Einträge jeweils einige Tage nach deren Erscheinen ins Blog zu stellen (vielen Dank auch an dieser Stelle!). Ich werde dies mittels eines Scans tun und zugleich auf die Textfassung auf ref.ch verlinken.

Heute nun erschien mein erster Kolumnentext. Und nächste Woche stelle ich ihn online.

Quereinstieg: ja – aber wie? (Stellungnahme von Studierenden)

By , 15/11/2013 12:44

Der (studentische) Fachverein Religionswissenschaft und Theologie der Universität Zürich, dessen Mitglied auch ich bin, konstituierte an seiner Vollversammlung zu Beginn des laufenden Semesters eine Arbeitsgruppe, die sich mit dem angedachten (verkürzten) Quereinsteiger-Studiengang befassen sollte. Dieser war vom Konkordat im Sommer 2012 angesichts des bald zu erwartenden Pfarrermangels ins Gespräch gebracht worden – und wird seither an der Theologischen Fakultät, zumindest bei uns Studentinnen und Studenten, intensiv diskutiert.

Seit ein paar Tagen liegt die Stellungnahme der genannten Arbeitsgruppe vor. Nachdem ref.ch vorgestern in einer kurzen Nachricht darüber berichtete (hier) und gestern, ebenfalls auf ref.ch, der Leiter der Abteilung Aus- und Weiterbildung von Pfarrpersonen im Konkordat, Pfr. Thomas Schaufelberger, dazu interviewt wurde (hier), ist die Diskussion auch in den sozialen Netzwerken lanciert.

Mit Erlaubnis der Arbeitsgruppe stelle ich Ihnen als Service und zugunsten einer informierten und vertieften Diskussion die vollständige Stellungnahme, die bisher m.W. noch nicht online zu finden ist, zur Verfügung (als pdf):

Stellungnahme Quereinsteiger-Studium (Autoren: die Mitglieder der Arbeitsgruppe “Quereinsteiger-Studiengang”, werden im Dokument namentlich genannt)

Hinweis: Ich teile die (ebenso kritische wie konstruktive) Haltung meiner Kolleginnen und Kollegen, war an der Formulierung der Stellungnahme aber nicht beteiligt. Diskussionen darüber können gerne hier geführt werden – ich möchte aber dazu anregen, Rückmeldungen (auch) direkt an die Arbeitsgruppe zu richten; die zu diesem Zweck eingerichtete E-Mail-Adresse finden Sie am Ende der Stellungnahme.

Konfessionsware

By , 22/10/2013 17:35

In der aktuellen Ausgabe einer Wochenzeitschrift aus dem schmalen Angebot der reformierten Presse, der – eben – “Reformierten Presse” (Nr. 42, 18.10.2013), findet sich auch ein Artikel über den Internationalen Kongress zur Vorbereitung des Reformationsjubiläums 2017, der Anfang Oktober in Zürich stattfand. [1]

In dem Bericht ist u.a. der folgende Absatz zu lesen:

“Es bleiben einige offene Fragen, nicht nur organisatorische (das ist normal), sondern auch grundsätzliche. Zum Beispiel: Wie kann der Eindruck vermieden werden, dass es sich um eine Reformations- und nicht um eine (dazu recht deutsche) Lutherfeier handelt?” [2]

(Erschienen in: “Reformierte Presse”, Nr. 42, 18.10.2013, S. 1; Autorin: Marianne Weymann)

Und was ist daneben, zur Illustration des Artikels – und letztlich auch, wohl unabsichtlich, der Problematik –, abgedruckt? …

Beffchen

… Ein Foto dreier den “Internationaler Kongress zur Vorbereitung des Reformationsjubiläums”-Gottesdienst haltenden/feiernden Exponenten der Zürcher Reformierten – von denen zwei (im deutschen Verständnis) lutherische Beffchen tragen.

Der EKD-Präsident Nikolaus Schneider, geladener Gast, dürfte sich gefreut haben. [3]

[1] Man könnte, gutkirchlich, auch von einer “Spurgruppe” sprechen.
[2] Hinweis: Die Formulierung ist ein wenig “verrutscht”. Gemeint ist (wie von der Autorin mir gegenüber bestätigt): “Wie kann herausgestellt werden, dass es sich um eine Reformations- und nicht um eine (dazu recht deutsche) Lutherfeier handelt?”
[3] Aus Erfahrung weiss ich, dass hier eine Relativierung notwendig sein könnte. Also: Die Beffchen-Frage ist, wie die Talar-Frage sowieso, bei uns Schweizer Reformierten nicht abschliessend beantwortet. Sollten wir sie aber nicht zumindest stellen – und zwar “überindividuell”?

In-Formation

By , 30/09/2013 14:41

Gestern abend habe ich erstmals die weibliche Form des doch eigentlich geschlechtsneutralen (aber halt grammatisch maskulinen) “Beistands” gehört: “Beiständin”. Meine erste Reaktion: klingt wie vieles, was “gut gemeint” ist. Dann aber, auf die zweite Hörin, etwas konstruktiver: könnte in die nächste Auflage der Bibel in gerechter Sprache aufgenommen werden – als Alternativbezeichnung für die “Heilige Geistkraft”.

Danke schön

By , 25/09/2013 05:17

Ich habe elektronische Post erhalten. Vom Bischöflichen Ordinat Chur. Zum Tag der Ehe. Das hat weder mit einem insgeheimen Wunsch nach einem Übertritt zur katholischen Konkurrenz (den es nicht gibt) noch mit dem vor Kurzem vorgenommenen Upgrade meines Zivilstandes zu tun. Einfacher: Hintergrund ist ein Blogtext, den ich vor gut anderthalb Jahren verfasst habe und für den mir der Bischof himself damals per E-Mail danken liess. Seither bin ich Mitadressat eines Newsletters, der mir beide Tage der Ehe, die es in den vergangenen achtzehn Monaten anzukündigen gab, schmackhaft machen wollte.

Nun bewege ich mich allerdings immer noch im Hochzeitsmodus und bin deshalb noch nicht gar so recht im seligen Ehestand angekommen: Insgesamt einunddreissig Dankeskarten galt es über das Wochenende und Anfang dieser Woche zu schreiben (wobei ich sie, weil das Fest so grossartig war, natürlich schreiben durfte). Wer weiss, was dies für einen Linkshänder bedeutet (Schmieralarm!), ahnt auch, dass da mit herkömmlicher Ehe noch nicht viel sein kann.

Immerhin (und jetzt wird es beinahe dogmatisch): Ein Blatt Fliesspapier ermöglichte, dass die Karten von den Angeschriebenen in den nächsten Tagen weitgehend unbefleckt empfangen werden können.

Sanft gelandet

By , 16/09/2013 13:24

Nachdem das Qualitäts-Duo – meine bessere Hälfte und ihre bessere Hälfte, welche Mischung! – Ende August im Traugottesdienst die entscheidende Frage richtig beantwortet hatte, wurden an der Lokalität des weiteren Festgeschehens u.a. Ballons in den Apérohimmel geschickt, mit Wunsch-Zetteln versehen, die von den, uns natürlich unbekannten, Finderinnen und Findern zurückgeschickt werden sollten.

Dies geschah auch vielfach.

Ein Fall ist besonders schön: Ein Kärtchen wurde nämlich nicht einfach frankiert und so eingeworfen, sondern uns in einem Umschlag zugeschickt – mit Begleitkarte:

Wunsch-Zettel-Brief

Süss? Sicher! Kitschig? Klar! Aber wer heute noch die Luftflaschen-Post bemüht, schreit ja förmlich danach…

(Ob die Landung im neuen, heute beginnenden – zweitletzten – Semester ähnlich sanft sein wird, weiss ich in wenigen Minuten.)

Kraut und Rüben

By , 21/08/2013 08:49

Im “Gesuch um Vorbereitung der Eheschliessung (Gesuch um Durchführung des Vorbereitungsverfahrens der Eheschliessung)” wird, “zu statistischen Zwecken”, wie es heisst, auch die Religion der Heiratswilligen erhoben.

Die Auswahl ist die folgende:

Religions-Konfessions-Tuttifrutti

Bin ich der Einzige, der diese Auflistung zutiefst lieblos-undifferenziert – will heissen: weder komplett noch in allen Punkten sprachlich wie theologisch korrekt – findet?

Wer von meinen Leserinnen und Lesern ist bereit, mir beim Einsammeln der Fragezeichen zu helfen, die sich spätestens beim zweiten Lesen ergeben?

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