Category: Theologie

Ausdruckskraft

By , 09/05/2015 23:44

So – zurück von der einwöchigen Studienreise nach, in und durch England, wo wir Vikarinnen und Vikare uns unter der fachkundigen Leitung von Sabrina Müller mehrere, unterschiedliche Gemeinden aus dem Bereich der “Fresh Expressions of Church” aus nächster Nähe angesehen haben. [1]

Bisher hatte ich von diesen “Fresh Expressions” ja immer nur gehört – und die Stirn gerunzelt, wenn (wie ich nun weiss: verkürzt) berichtet wurde, irgendwo auf der Insel hätten sich ein paar Skater zusammengetan, und das sei ernsthaft “Kirche”.

Umso wichtiger, dass ich jetzt einmal da war. Die Gastfreundschaft, der Mut, die Risikofreude dieser “Fresh Expressions” war für mich nämlich enorm inspirierend – besonders im Vergleich zu vielen kirchenpolitischen Projekten und Diskussionen hier in der Schweiz, die ich mehr und mehr als “Fresh Depressions” wahrnehme.

Mal sehen, wie bzw. ob sich die Eindrücke von dieser Reise in meiner pfarramtlichen Tätigkeit niederschlagen werden. Klar ist: Eine Idee, die ich unterwegs hatte, möchte ich zumindest einmal weiterverfolgen.

[1] Wir waren hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier zu Besuch. Und am Sonntagmorgen habe ich endlich, endlich meine Mitbloggerin Carla Maurer persönlich kennengelernt: im und nach dem Gottesdienst in der Swiss Church London. (Herzliche Grüsse aus der Heimat!)

“Kirche ist…” – ja, was eigentlich?

By , 20/04/2015 08:46

Dieser Beitrag ist eine leicht abgewandelte Version eines Textes, den ich am Samstag an anderer Stelle online stellte: auf http://www.kirche-ist.ch.

Dabei handelt es sich um mein “Gemeindeprojekt”, das ich im Rahmen des Vikariats zu planen und durchzuführen hatte. Zwei Wochen lang, vom 6. bis 19.4.2015, berichteten 20 Mitglieder meiner Vikariatsgemeinde über ihr kirchliches Engagement. Mehr zu den Hintergründen hier.

Was “Kirche ist…” – wenn ich auf meine Woche zurückblicke, so komme ich für mich zum Schluss: Kirche ist die pure Vielfalt. Ja – genau so vielfältig wie das Leben:

Am Dienstag durfte ich eine Beisetzung gestalten.
Am Donnerstag begannen wir in “meiner” Konfirmanden-Gruppe, die Konfirmation zu planen.
Am Samstag zelebrierte ich eine Trauung.
Und am Sonntag durfte ich einen Gottesdienst mit drei Taufen leiten und feiern.

An diesen ganz unterschiedlichen Eck- und Wendepunkten im Leben tätig sein und Menschen begleiten zu dürfen, ist für mich sicher eines der ganz grossen Privilegien im Pfarramt!

Und alle diese Tätigkeiten, alle diese Kasualien bedeuten, hinter den Kulissen, natürlich auch: zahlreiche und v.a. bisweilen sehr persönliche Gespräche im Vorfeld (mit den Hinterbliebenen, den Konfirmandinnen und Konfirmanden, dem Brautpaar, den Tauffamilien – im Lauf eines Tages bunt durcheinandergemischt [1]) und die seriöse, sensible Vorbereitung dessen, was in der konkreten Situation angemessen ist und vom Gegenüber erwartet wird. Für mich als “Pfarrer-Lehrling” ist dies eine grosse Herausforderung – ich nehme aber an und hoffe auch, dass es das auch bleibt.

Die genannten Tätigkeiten und Anlässe, und dazu noch die Leitung meines Gemeindeprojekts, sind in dieser sowie der letzten Woche also zusammengekommen – und so habe ich nun wirklich das Gefühl, ich hätte einen guten Eindruck davon, was das heisst: Pfarrer sein.

Was soll ich sagen? Zeitlich passt das ganz gut! In der kommenden Woche werde ich nämlich meinen Vikariatsleiter vertreten und also für sämtliche pfarramtlichen Belange in der Vikariatsgemeinde zuständig sein.

[1] Da ist es dann keine Überraschung, dass ich nur ein paar Stunden vor der Trauung feststellte, dass ich im Skript einmal versehentlich vom “Taufspruch” redete…

Spannungsvoll

By , 06/04/2015 10:19

An Karfreitag und an Ostern war ich im Einsatz. An beiden Feiertagen habe ich den Gottesdienst gemeinsam mit meinem Vikariatsleiter gestaltet: Zunächst übernahm ich “alles ohne Predigt”, zwei Tage darauf dann die “Predigt ohne alles”. Dieser logistische, in erster Linie natürlich aber theologische Spagat will jetzt verarbeitet werden. Und er lässt mir echt keine Ruhe – nicht einmal in der Bäckerei heute früh, wo ich feststellte, dass die Verkäuferin den Namen “Büsser-Hoppler” trägt!

Special K

By , 26/03/2015 21:45

Das Vikariat läuft noch bis Ende Juli weiter. Und doch hat es sich bei mir schon heute abend ein Stückweit “aus-gebildet”: Die erste von vier Praxis-Prüfungen ist bestanden – eben: im Handlungsfeld Bildung. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden waren gewohnt (!) engagiert, ich einigermassen gut drauf – und die Prüferinnen mit der Cornflakes-ion sehr zufrieden. In diesem Sinn: Daumen hoch.

Daumen drücken ist jetzt erst wieder Mitte/Ende Juni angesagt: Dann folgen die anderen drei Prüfungen.

Nun kehre ich – nach der Wahl am Sonntag, dem abschliessenden KEA-Gespräch und dieser ersten Prüfung – erst einmal zum courant normal zurück. Bis ich für den Konf-Unti in zwei Wochen den Kuchen backe, den ich den Könflern für den Fall meines “Durchkommens” in Aussicht gestellt habe…

Gewählt

By , 22/03/2015 14:33

Auf den Tag genau fünf Monate, nachdem die Kirchenpflege ihren Wahlvorschlag verabschiedete, beschloss heute nun auch die Kirchgemeindeversammlung: Die beiden – wollen wir!

Und so steht jetzt fest: Meine Frau und ich dürfen nach unserer Ordination im Sommer ein sehr reizvolles Pfarramt übernehmen – in einem 130-Prozent-Pensum in der jungen, gerade einmal dreizehn Jahre alten Kirchgemeinde Kelleramt (Kt. Aargau).

Wir freuen uns sehr: über das Vertrauen – und auf die Aufgaben und Erfahrungen, die uns an unserem künftigen Wirkungsort erwarten.

Und gleich geht es weiter: am Dienstag das letzte KEA-Gespräch, am Donnerstag die erste von vier praktischen Prüfungen (Konf-Unterricht). Aber hey: Die Motivation war noch nie da-er als jetzt!

Formenleere

By , 27/02/2015 08:29

Religionspädagogisches im Tisch-Hufeisen ist anscheinend so etwas von daneben, dass es sich gewaschen hat. Jedenfalls wird in den Vikariatskursen wieder und wieder der Stuhlkreis propagiert.

Na – dann halt:

Stuhlkreis ohne

Das Bild zeigt aber auch: Ich bin noch nicht so weit. Einen happigen Verstoss gegen methodisch-didaktische Konventionen im Kirchenland gestatte ich mir weiterhin. Haben Sie’s erkannt?

Lösung: ¡ǝʇʇıɯ ǝʇǝʇlɐʇsǝƃ ǝıp ʇlɥǝɟ ɐp

Kassensturz

By , 23/02/2015 15:34

Im Sommer geht es also ins Pfarramt. Bis dahin will noch manches “Amtliche” erstanden werden, wofür die Mittel zurzeit recht knapp sind. Mal sehen, wie ich das hinbekomme. Ich muss allerdings gestehen, dass ich es mir auch in dieser Trockenzeit nicht nehmen lasse, Geld für einen guten Zweck beiseite zu legen…

Konkret mache ich das so, dass ich jeden Zweifränkler, der in meine Hände gelangt, sofort abzweige. Und wenn das Kässeli dann einen runden Betrag aufweist, überweise ich den entsprechenden Geldwert an die ausgewählte Institution – und zahle das Münz auf mein Konto ein.

Klar: Das Geld könnte ich auch ohne vorherige Metallsammlung überweisen. Aber es ist halt befriedigender, vor einem Einzahlungs-Bancomat zu stehen und beobachten zu können, wie so viel Münz aufs Mal per Mini-Förderband eingezogen wird – und dann zwecks Gezählt-Werdens in die Tiefe rasselt. Direkteres Feedback kann ich mir gar nicht vorstellen!

Probieren Sie’s doch auch mal auf diese Weise. Macht Spass!

Ich merke jedenfalls, wie gross die Freude über jeden Wechselgeld-Zweifränkler ist, den ich bekomme, und wie gewissenhaft ich bin beim Sammeln. Das ist dann natürlich auch gut für den guten Zweck. Wenn das bedeutet, dass ich mir deshalb am Ende kein zweites Ersatzbeffchen kaufen kann, dann soll das halt so sein…

Übrigens: Ich nenne meine private Sammelaktion (annähernd) gutevangelisch “Gnadenbrot für alle” – und finanziere mit dem Rassel-Money Manna für eine tierische Rasselbande mit.

Fussnotiz

By , 30/01/2015 23:49

Heute, im Seelsorge-Kurs. Nach zahlreichen Rollenspielen in den Tagen zuvor – ein weiteres Rollenspiel. Die Motivation hält sich teilnehmerinnen- und teilnehmerseits in engen Grenzen, doch schliesslich melden wir uns zu dritt. Muss ja, nicht? Jedenfalls: Ich soll einen Mann spielen, dessen Frau Gemahlin die Pfarrerin zum Hausbesuch eingeladen hat, der selbst jedoch – passenderweise – nur überschaubar interessiert ist an dem Gespräch. Die “Pfarrerin” hat noch nicht geklingelt, da greift sich der “Ehemann” demonstrativ unmotiviert das einzige (Seelsorge-)Büchlein, das halt gerade in Reichweite liegt. Er schlägt es etwa in der Mitte auf, wo sein Blick rasch auf Fussnote 45 fällt [1] – und kann es nicht fassen: Gibt es Dinge, die es nicht gibt?!

[1] Bukowski, Peter: Die Bibel ins Gespräch bringen. Erwägungen zu einer Grundfrage der Seelsorge, Neukirchen-Vluyn: Neukirchener Verlagsgesellschaft, 1994 (8. Auflage 2011). Die genannte Fussnote findet sich auf Seite 54.

Wohn-Ton, kartonesisch

By , 23/01/2015 17:40

Singen... …und Wohnen

Nachgetragenes PS: Irgendwie beruhigend für mich Normalsterblichen – selbst in einer Kommunität wie Montmirail wird schmutzige Wäsche gewaschen.

Zum Paaretaufen

By , 14/01/2015 14:45

Nach einer Woche Vikariatskurs zum Gemeindeaufbau nun eine Kurswoche “Kasualien”. Als wir in den ersten Tagen die Taufe besprechen, erhalte ich von meinem Vikariatsleiter in recht kurzem Abstand zwei E-Mails: Es kündigen sich meine ersten beiden Taufen an. Ja-haaa – wenn man den Täufel an die Wand malt…

Jetzt: Thema Abdankung.

Mal sehen.

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