Fussnotiz

By , 30/01/2015 23:49

Heute, im Seelsorge-Kurs. Nach zahlreichen Rollenspielen in den Tagen zuvor – ein weiteres Rollenspiel. Die Motivation hält sich teilnehmerinnen- und teilnehmerseits in engen Grenzen, doch schliesslich melden wir uns zu dritt. Muss ja, nicht? Jedenfalls: Ich soll einen Mann spielen, dessen Frau Gemahlin die Pfarrerin zum Hausbesuch eingeladen hat, der selbst jedoch – passenderweise – nur überschaubar interessiert ist an dem Gespräch. Die “Pfarrerin” hat noch nicht geklingelt, da greift sich der “Ehemann” demonstrativ unmotiviert das einzige (Seelsorge-)Büchlein, das halt gerade in Reichweite liegt. Er schlägt es etwa in der Mitte auf, wo sein Blick rasch auf Fussnote 45 fällt [1] – und kann es nicht fassen: Gibt es Dinge, die es nicht gibt?!

[1] Bukowski, Peter: Die Bibel ins Gespräch bringen. Erwägungen zu einer Grundfrage der Seelsorge, Neukirchen-Vluyn: Neukirchener Verlagsgesellschaft, 1994 (8. Auflage 2011). Die genannte Fussnote findet sich auf Seite 54.

One Response to “Fussnotiz”

  1. Felix says:

    Lieber Reto
    Deine “Kontrollfragen” bei einem sog. Beratungsgespräch sind spannend: “Hat mir das, was ich jetzt sage, schon einmal geholfen bzw. würde es mich weiter bringen?” Diese Frage hinterfragt letztlich das Beziehungsverhältnis in der Beratersituation. Wer kennt in diesem Suchprozess die Lösung und deren Zugang? Sicher nicht der Berater! Im Lösungsorientierten Arbeiten gibt es einen Kernsatz: Die Lösung ist eigentlich bereits da – nur der Zugang ist noch unklar. Im Beratungsgespräch geht es also nicht darum, Lösungen zu “produzieren” sondern die Lösung zu finden, die der Ratsuchende bereits mitbringt.
    Herzliche Grüsse
    Felix

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