Teologia alla Bolognese

By , 25/02/2012 08:24

Die Kritik am Bologna-System – a.k.a. Schlacht am Punkte-Buffet – mag in mancherlei Hinsicht berechtigt sein. Aus eigener Erfahrung kann ich aber sagen, dass auch das Lizentiatssystem, das selbst von Kolleginnen und Kollegen gepriesen wird, die es nie selbst kennengelernt haben, seine Schwächen hatte und dass eine Rückkehr dorthin nicht zwingend besser wäre. Und ebenso aus eigener und gerade eben aufgefrischter Erfahrung möchte ich festhalten, dass zumindest wir Theologen bei Dozenten in die Lehre gehen, welche der Vernunft in der Regel einen hohen Stellenwert einräumen und fünfe (oder, um die Versöhnung mit der schönen, unschuldigen Stadt Bologna auch sprachlich zu demonstrieren: “cinque”) auch einmal gerade sein lassen! Mit dem so verstandenen Bologna-System kann ich allerbestens leben.

Ausserdem: An welcher anderen Fakultät…

…kann man Professoren direkt und unbürokratisch anschreiben und erhält für gewöhnlich innert weniger Stunden, oft auch spätabends oder an den Wochenenenden, eine mehr als brauchbare Antwort (teilweise auch auf Aspekte, die man selbst noch nicht einmal bedacht hat, die aber sicher im Verlauf des Abklärungen noch relevant geworden wären)?

…werden schonmal Stundenpläne umgestellt, wenn ein oder zwei (und nicht zwingend mehr!) Studenten Terminkonflikte melden?

…sind Modulverantwortliche bereit, Abgabetermine von Seminar- und anderen Arbeiten im Einzelfall zu verschieben, auch wenn die Gründe für die Anfrage private sind?

Gewiss, es ist nicht alles perfekt an der Theologischen Fakultät. Aber wir jammern, wenn wir jammern, auf sehr hohem Niveau.

One Response to “Teologia alla Bolognese”

  1. Ich bin zwar überhaupt kein Bologna-Fan, aus vielerlei Gründen – aber die Wahrnehmung, dass es auf theologischen Fakultäten so richtig cool studieren ist, kann ich nur bestätigen!!!

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