Knocked out

By , 30/01/2012 06:22

Mitte November hatte ich hier angeregt, dass wir Reformierten unsere Scheu vor Wundern ablegen sollten. Das gilt ganz gewiss und erst recht für einen Eher-Kopfmenschen wie mich.

Und – was soll ich sagen? Seit einem denkwürdigen Erlebnis beim Unterrichten habe ich den Eindruck, auf dem Weg der Besserung zu sein. Das war so: Als ich kürzlich nach einem schwierigen Schulmorgen drei Schüler des Zimmers verweisen und mit Zusatzaufgaben beladen wollte (muss manchmal sein), genauer: just in dem Moment, in dem ich den Mund öffnete, um den Säumigen ebendiese Sanktionen mitzuteilen, klopfte es an der Tür. Eine Schülerin der Nachbar-Klasse wünschte, ihre Kolleginnen und Kollegen um Unterstützung für ihre Projektarbeit anfragen zu dürfen. So aus dem Konzept gebracht, beschloss ich noch während der kurzen Unterbrechung, von den Sanktionen abzusehen. Das Timing war einfach zu perfekt!

Allerdings konnte ich es mir nach dem Mittagessen nicht verkneifen, die betreffenden Schüler beiseite zu nehmen und sie wissen zu lassen, was sich zugetragen hatte. Einer von ihnen, ich darf sagen: nicht der Leiseste, meinte strahlend: “Dann war das ja ein Wunder!” Zurückhaltend mit solcherlei Äusserungen in der Schule, wollte ich dies nicht bestätigen – aber ich nahm mir doch die Freiheit, nicht zu widersprechen.

Der Nachmittag verlief dann übrigens so ruhig wie selten.

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