Réformation professionnelle

By , 13/01/2012 12:56

Der Katholizismus hat einen schweren Stand an der Theologischen Fakultät in Zürich. Genauer gesagt: gar keinen. Wir lernen im Rahmen eines religionswissenschaftlichen Moduls zwar das eine oder andere über Judentum, Islam, Hinduismus und Buddhismus. [1] Aber katholisches Christentum? Römisch-katholische Theologie? Nein, Fehlanzeige – über den Glauben unserer direkten Glaubensnachbarn und des wichtigsten Koalitionspartners in der Praxis hören wir, zumindest im Bachelorstudium, kaum etwas. Und wenn, dann, in karikierter Form, als das, wovon wir Reformierten uns, Gott sei Dank!, vor geraumer Zeit befreien konnten: gerade nochmal gut gegangen! [2]

Angesichts dieser Ausgangslage erstaunt es nicht, dass ich die folgende Werbung auf Facebook zunächst falsch gelesen habe:

“Ist das bereits die angekündigte Werbung für das Theologiestudium?”, habe ich, professionell deformiert, gedacht: “Unkatholisch auf Mass!”

[1] Ehrlich gesagt: Manche dieser Vorlesungen finde ich, wissenschaftlich betrachtet, schwach. Mehr dazu vielleicht einmal in einem eigenen Beitrag – auch wenn mir die Pädagogische Hochschule, in deren Bereich “Religion und Kultur” die betreffenden Veranstaltungen organisiert werden, dann sicher wieder mit dem Dekan unserer Fakultät droht.
[2] In der kirchlichen Praxis sieht das nach meiner Erfahrung zum Glück viel, viel besser aus.

2 Responses to “Réformation professionnelle”

  1. Lieber Reto Studer!
    🙂
    Als Glaubens- und Ortsnachbarin (und Synodale der “Unkatholztischen”) hab ich natürlich besonders herzlich geschmunzelt über Ihren obigen Beitrag!
    Und bis die theologische “Mangelsituation” unsererseits in Zürich für Ihre Vervollständigung des Bachelors nicht behoben ist, könnten wir ja vorerst einen bilateralen Austausch @Bubikon ins Auge fassen?

    • Reto Studer says:

      Liebe Frau Winter

      Selbstverständlich bin ich an einem ökumenischen Gedankenaustausch interessiert! Wir, Reformierte und Katholiken, können davon m.E. nur profitieren.

      Herzliche Grüsse,
      Reto Studer

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